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"Der Entführer wollte mich lebendig begraben"

Waldkraiburg - Ein Mann mit Pistole wollte den Waldkraiburger Apotheker Willi Engelmann im März 2011 entführen. Jetzt kommen immer mehr Details ans Tageslicht.

Als Apotheker Willi Engelmann im März 2011 seine Haustür in Waldkraiburg (Kreis Mühldorf am Inn) öffnet, traut er seinen Augen nicht: Ein Mann mit Pistole steht ihm gegenüber, drängt ihn ins Wohnzimmer, will ihn fesseln. Doch Engelmann nutzt einen kurzen Augenblick und flüchtet aus seinem Haus. Später kommt heraus: Der Täter wollte den Waldkraiburger entführen. Und kurz vor Prozessbeginn kommen nun immer mehr Details des teuflischen Plans ans Tageslicht. „Der Entführer wollte mich lebendig begraben“, sagt das Opfer.

Und wirklich: Täter Anton S. aus Massing (Kreis Rottal-Inn) plante, Willi Engelmann oder seine Frau Susanne zu entführen, sein Opfer mit wenig Essen in einer Kiste zu vergraben und dort so lange eingesperrt zu lassen, bis die volle Lösegeldsumme bezahlt ist. Das bestätigte nun die Staatsanwaltschaft. Das Vorbild: der schreckliche Entführungsfall um Ursula Herrmann. Das Mädchen wurde 1981 in Utting am Ammersee verschleppt und in einer Kiste im Waldboden vergraben. Darin erstickte das Kind.

Anton S. fuhr also an einem Montagmorgen im März mit diesem Vorhaben nach Waldkraiburg. Mit Kabelbinder und Schreckschusspistole ausgerüstet, klingelte er bei Willi Engelmann. Doch mit der heftigen Gegenwehr des Apothekers hatte der Täter nicht gerechnet. Er flüchtete wenig später und wurde rund einen Monat nach der Tat geschnappt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Für Willi Engelmann hat der Schrecken dadurch ein Ende gefunden. „Zum Glück sitzt er nun hinter Gittern“, so das Opfer gegenüber der tz. Angst habe der 59-Jährige nun nicht mehr. Doch die erste Zeit nach der Tat sei schwierig gewesen. Nicht nur die Angst, die Unsicherheit habe ihn und seine Frau gequält, vielmehr auch die bösen Gerüchte in der Stadt. „Wir haben zwei gut laufende Apotheken – und plötzlich hieß es doch tatsächlich, wir hätten den Überfall inszeniert, um in die Presse zu kommen“, sagt Engelmann und schüttelt den Kopf. Auch nachdem der Täter geschnappt worden war, hieß es, Engelmann und Anton S. seien gar verwandt, hätten die Tat abgesprochen. Engelmann: „Das hat mich sehr getroffen.“

Laut Wochenblatt soll der Prozess gegen den Entführer noch im Oktober losgehen. Familie Engelmann wird als Nebenkläger auftreten – und dem Spuk so endlich ein Ende setzen.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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