Das ist der neue Pflegepolizist

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Die Ministerin mit Werner Zwick – ihrem neuen Pflegebeauftragten

München - Wer Mängel in Pflegehäusern entdeckt hat, kann sich bei ihm anonym melden: Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer hat am Mittwoch den neuen "Pflegepolizisten" Werner Zwick vorgestellt.

Der neueste Skandal in einem Augsburger Heim – er ist typisch für das ganze Dilemma in der Pflege: Da werden Demenzkranke vom Pfleger geprügelt, mit Medikamenten ruhiggestellt – und keiner merkt etwas. Ganz im Gegenteil: Im Internet hat das Horror-Haus eine ausgezeichnete Note vom Medizinischen Dienst bekommen.

Irre! Und genau dagegen will Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer jetzt vorgehen. Wie? Mit einem eigenen „Pflegepolizisten“. Werner Zwick heißt der gute Mann – und am Mittwoch stellte ihn die Ministerin vor. Mit dem vielsagenden Titel „Pflegebeauftragter“. Zwick ist eigentlich stellvertretender Amts-Chef des Sozialministeriums. Was seine neuen Aufgaben sind, erläuterte die Ministerin so: „Er arbeitet weisungsunabhängig. Alle Betroffenen können sich ohne Hemmschwelle anonym und vertraulich an ihn wenden“, so Haderthauer. Heißt also: Wer Mängel in Häusern entdeckt hat, kann sie hier sofort melden. Und das ist nicht alles: „Außerdem werde ich eine bayernweite 24-Stunden-Pflegehotline einrichten, bei der Bürger und Bürgerinnen ihre Anliegen und Beschwerden rund um die Uhr anbringen können“, so die Ministerin.

Auch zum umstrittenen Pflege-TÜV, bei dem schlechte Heime ihre Noten durch helle Räume oder Blumen im Speisesaal aufbessern können, äußerte sich Haderthauer wütend: „Ich werde nicht lockerlassen, bis die Mängel abgestellt sind. Es kann nicht länger angehen, dass ein Heim schwere Pflegemängel durch die Lesefreundlichkeit der Speisekarte ausgleichen kann.“ Zudem appellierte die Ministerin an die Heime, gute Pflegekräfte besser zu bezahlen.

Ein neuer Pflegebeauftragter – wird das die Situation verbessern? Sozialexperte Claus Fussek ist da skeptisch: „Es gibt doch schon Stellen, wo Betroffene Mängel melden können. Entscheidend ist doch, dass endlich auch etwas geschieht.“ Für Fussek sei dies nur „eine Alibi-Stelle, mit der die Leute beruhigt werden sollen“. Man müsse endlich die Kontrollen selbst verschärfen.

Armin Geier

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