Acht Mädchen und Frauen waren die Opfer

Der Schlitzer der Therme Erding

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4000 bis 5000 Gäste besuchen täglich die Therme Eding.

Erding/Landshut - Badegast Klaus F. (33) hat in der Therme Erding mehreren Mädchen und Frauen mit einer Rasierklinge die Fußsohlen aufgeschlitzt!

Dafür musste sich der Augsburger am Mittwoch vor dem Landgericht Landshut verantworten.

Am 25. November 2007 hatte die unheimliche Serie in der Erdinger Therme begonnen: Eine 13-jährige Schülerin verspürte in der Schleuse zwischen Außen- und Innenbereich plötzlich einen heftigen Schmerz, Blut quoll aus ihrer Fußsohle. Ärzte stellten später einen sechs Zentimeter langen Schnitt vom Fußrist bis zum Fußballen fest, der genäht werden musste.

Zunächst glaubt man noch, dass sich die Schülerin die Verletzung an einer zerbrochenen Flasche zugezogen haben könnte. Doch im Laufe der nächsten Wochen meldeten sich immer mehr Opfer. Am schlimmsten erwischte es am 16. März diesen Jahres die 44-jährige Zahnarzthelferin Tanja P: Ihr wurde eine zehn Zentimeter lange und vier Zentimeter tiefe Schnittwunde am rechten Fußballen zugefügt, wobei sogar die Sehnen freigelegt wurden. Mehrere Wochen konnte sie sich nur auf Krücken fortbewegen. Auch die Folgen für die übrigen Opfer waren beträchtlich: Eine 13-Jährige klagt heute noch über Taubheit am großen Zeh.

Im Frühjahr hatte der Spuk dann aber ein Ende: Bei der Überprüfung der Videoaufnahmen, die in der Therme im Bereich der Wasserrutsche gemacht wurden, war den Erdinger Kripobeamten ein Mann aufgefallen. Es folgte die Festnahme. Als Grund für seine Taten gab der unter einer schweren Persönlichkeitsstörung leidende Augsburger einen „inneren Druck” an. Den habe er zum Beispiel verspürt, wenn er – wie in der Bundeswehr in seinem Beruf als Kraftfahrer – versagt oder Probleme in der Beziehung mit seinen Lebensgefährtinnen gehabt habe. „Ich will eine Therapie machen”, zeigte er sich gestern einsichtig. Diesen „Wunsch” erfüllte ihm das Gericht mit der Anordnung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Außerdem wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung in acht Fällen zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Walter Schöttl

Quelle: tz

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