Er war eine menschliche Zeitbombe

Der unheimliche Handschuh-Mann

+
Neben drei vollen Pistolenmagazinen hatte der Obdachlose auch noch diese selbstgebastelte Schrotwaffe dabei.

Bayreuth - Er war ausgerüstet, als ob er in den Krieg ziehen wollte! Der unheimliche Handschuh-Mann, der am Sonntag in Bayreuth einen Polizisten schwer verletzt und sich dann selbst getötet hat, gibt der Polizei noch immer Rätsel auf.

Plante er einen privaten Rachefeldzug gegen Behörden und Beamte? Fest steht, der Obdachlose, der inzwischen als der 53-jährige Michael Krause identifiziert wurde, war bis an die Zähne bewaffnet.

Wer hat Michael Krause (53), den unheimlichen Handschuh-Mann, in den letzten zwei Monaten gesehen? Die Polizei bittet um Hinweise.

Er trug an seinem Gürtel drei voll aufmunitionierte Wechselmagazine mit 24 Schuss für seine Pistole vom TypWalther PPS. Außerdem hatte er eine selbstgebastelte Schrotwaffe dabei. Damit hätte er ein Blutbad anrichten können. Dass er dazu bereit war, bekam die Polizeistreife zu spüren, die ihn am Sonntag ansprach, als er mit einem Damenfahrrad unterwegs war. Die Beamten stoppten ihn, überprüften seine Papiere – doch plötzlich wollte Krause abhauen. Als ihm ein Polizist zurief „Stehenbleiben!“, drehte er sich um und schoss. Ohne jede Vorwarnung. PolizeiHauptkommissar Jürgen G. (49) sank schwer verletzt zu Boden.

Was trieb den 53-Jährigen zu dieser Wahnsinnstat – und warum trug er diese merkwürdigen, schweren roten Schutzhandschuhe, die sogar säurefest sind?

Mehr zum Thema:

Wer ist der Mann mit den Gummi-Handschuhen?

Gesichert ist, dass Krause an paranoider Schizophrenie litt. Seit 2002 war er deshalb mehrfach in Behandlung. Und er wurde wohl von einem krankhaften Verfolgungswahn geplagt. Die Kripo glaubt, dass er deshalb auch diese Handschuhe trug: „Er hatte offenbar Angst, mit etwas direkt in Berührung zu kommen …“

Erstmals auffällig wurde Krause im Jahr 2001. Damals wurde der Berliner in einen Landeskrankenhaus eingewiesen, weil er jemanden bedroht hatte. 2007 rastete er in einer Kfz-Zulassungsstelle in Sachsen aus, als er ein Auto abmelden wollte. Als er dafür eine Gebühr von 5,50 Euro zahlen sollte, brüllte er „Scheiß Staat!“ sowie „Abzocke!“ und verabschiedete sich mit dem Hitlergruß. Ein paar Monate später geriet er in Coburg mit zwei Polizisten aneinander. Heuer im April wurde er noch einmal in der Nähe von Pegnitz (Kreis Bayreuth) kon­trolliert – für die Zeit danach bis zum Schusswechsel am Sonntag bittet die Polizei um Informationen.

Der Fall Krause hat bei den Bayreuther Beamten große Betroffenheit ausgelöst – nicht nur, weil der Obdachlose einen Kollegen schwer verletzt hat. Sondern auch, weil sie sich kaum erklären können, wie der Täter nach fünf Treffern in die Brust noch zurückfeuern konnte – und auch noch die Kraft fand, die Waffe gegen sich selbst zu richten.

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Regensburger OB Joachim Wolbergs bleibt suspendiert - und zeigt sich kämpferisch
Regensburger OB Joachim Wolbergs bleibt suspendiert - und zeigt sich kämpferisch
Schlimmer Unfall auf A9: Mädchen stirbt in Wrack - Retter entsetzt von Gaffern
Schlimmer Unfall auf A9: Mädchen stirbt in Wrack - Retter entsetzt von Gaffern
Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige auf ihrem Weg nach Hause - Polizei sucht nach dem Täter
Taxi-Fahrer vergewaltigt 24-Jährige auf ihrem Weg nach Hause - Polizei sucht nach dem Täter
Mann sucht verlorenen Gegenstand in Gully - und stirbt auf tragische Weise
Mann sucht verlorenen Gegenstand in Gully - und stirbt auf tragische Weise

Kommentare