Polizei kann fauchenden „Willibald“ einfangen – nun lebt er im fränkischen Wald

Der Waschbär kam durchs Katzentürl

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Hier sitzt Waschbär "Willibald". Die Polizei Alzenau setzte ihn später im Wald aus.

Was raschelt denn da im Hausgang? Überrascht blickt Dienstagnacht die Familie Pretorius aus Großwelzheim (Kreis Aschaffenburg) auf den Flur ihres Einfamilienhauses.

Da setzt tatsächlich ein seltsames pelziges Geschöpf Pfote vor Pfote: ein Waschbär!

Der Bär ist durchs Katzentürl gehuscht – das ist der Familie gleich klar. Vielleicht hat er das Katzenfutter gerochen? Einfangen lässt sich der Bursche jedenfalls erst von Polizisten der Inspektion Alzenau, die ihn in der Nachbarschaft wieder aussetzen. Offenbar zu nah: Am nächsten Tag kraxelt der Bär schon wieder durchs Türl.

Nun tauft ihn die Familie feierlich: Willibald heißt das Kerlchen jetzt. Dreist tappst es bereits die Treppe rauf in den ersten Stock. Wieder kommt die Polizei zu Hilfe.

Die ist sich gleich sicher, dass es der gleiche Bär wie am Vortag ist: „Er hat genauso gestunken“, erzählt Polizeimeister Steven Hartlaub der tz. Er versucht, sich „Willibald“ anzunähern. „Der Kerl begann laut zu schnaufen. Das ging dann schnell in Fauchen und Knurren über.“ Was folgt, ist ein „längerer Kampf“, erzählt der Polizist. Mensch gegen Bär. Bär gegen Mensch.

Ein Handtuch hilft schließlich bei der Jagd. „Dann konnten wir ihn in den Käfig sperren, den uns die Hausbesitzerin gegeben hat.“ Die Polizisten wollen den gleichen Fehler nicht zweimal machen. „Diesmal sind wir ganz weit in den Wald gefahren und haben den Bär dort ausgesetzt.“ Hier kann Willibald nun die gute fränkische Waldluft genießen. Doch wer weiß: Vielleicht findet er irgendwann wieder ein Türl, durch das es verführerisch nach Katzenfutter duftet?

Andrea Obermayer

Quelle: tz

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