"Der Wolf hat bei uns keinen Platz!"

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Bei Bayrischzell hat wohl wieder ein Wolf zugeschlagen

Bayrischzell - Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit hat an der Staatsstraße bei Bayrischzell wieder der Wolf zugeschlagen. Jetzt ist das Raubtier dort auch politisch das Thema Nummer eins.

Es war kein schöner Anblick für Isidor Scharmann am frühen Morgen. Neben der Staatsstraße lag ein gerissenes Hirschkalb, der Unterbauch offen, die Eingeweide daneben. Der Täter: mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit der Wolf, der seit über einem Jahr zwischen Bayrischzell, Tatzelwurm und Thiersee herumstreunt. Seit dem erneuten Fund fordern die Bayrischzeller Maßnahmen ein. Bürgermeister Helmut Limbrunner: „Wir haben gesagt, dass der Wolf hier keinen Platz hat.“

Inzwischen hat sich auch der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl in die Diskussion um den großen Beutegreifer eingeschaltet und an den Bärenbeauftragten des Freistaats gewandt. Landratsamts-Sprecher Ernst Dieckmann zum Zweck des Gesprächs: „Der Landrat will, dass alles dafür getan wird, dass keine Gefahr für die Menschen besteht.“

Doch was lässt sich überhaupt machen? Der Wolf – so das Landesamt für Umwelt – ist besonders und streng geschützt. Das heißt: Ihm darf nicht nachgestellt werden, er darf weder gefangen noch getötet werden.

Beim Gemeinderat war das Raubtier Thema Nummer eins. Da wurde auch Kritik über manch’ Schreiben zum Wolf laut. So sagte Egid Stadler laut Miesbacher Merkur: „Das sind oft Leute, die in München sitzen und Ratschläge geben, den Wolf aber nicht vor der Haustür haben.“ Und Isidor Scharmann, der das tote Hirschkalb fand, meinte: „Wer nicht mit dem Problem lebt, der redet sich leicht.“

Die Bayrischzeller, insbesondere die Bauern, können wegen der gesetzlichen Lage kaum selbst etwas in die Wege leiten. Die Schafe früher vom Berg holen halt – der Rest: Pfeifen im Hochwalde.

Doch wie geht’s weiter? Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass ein weiteres gerissenes Tier in Ortsnähe die Situation anheizt. Zudem steht auch noch eine DNA-Analyse nach einem Schafsriss im benachbarten Thiersee-Gebiet aus: Die Untersuchung könnte ergeben, dass vielleicht sogar ein zweiter eingewanderter Wolf auf Beutezug geht.

Doch den richtig bösen Wolf, ihn gibt es wohl nur im Märchen. Laut Bund Naturschutz in Bayern sind die wilden Wölfe dermaßen scheu, dass sie kaum einer zu Gesicht bekommt. Ein Wolf selbst bemerkt den Menschen frühzeitig und sucht schnell das Weite. Eine Fähigkeit, die dem Bayrischzeller Wolf helfen wird, falls die Situation tatsächlich eskalieren sollte: Immerhin lebt in einem seiner Jagdgebiete ein Mann, der bereits einen großen Beutegreifer erlegt hat. Dieses Raubtier hieß Bruno und war ein brauner Bär.

tz

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