Die schrecklichsten Anschläge der Neonazis in Bayern

Der Anschlag auf dem Oktoberfest kostete 13 Menschen das Leben.
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Der Anschlag auf dem Oktoberfest kostete 13 Menschen das Leben.

Ein Rückblick auf die grausamsten Anschläge der Neonazis in Bayern.

München, 13. Februar 1970

Unbekannte verüben einen Brandanschlag auf das jüdische Altersheim im damaligen israelitischen Gemeindezentrum in der Reichenbachstraße. Sieben Menschen kommen ums Leben – alles Überlebende der Konzentrationslager, die nach dem Krieg wieder in ihre Heimat zurückgekehrt waren. Das mörderische Attentat wurde nie geklärt. Das Verbrechen löste jedoch eine riesige Anteilnahme bei den Münchnern aus. Sie standen stundenlang in der Kälte an, um sich ins Kondolenzbuch der israelitischen Kultusgemeinde einzutragen.

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15. August 1999:

Der Neonazi Roman G. verprügelt fünf Afrikaner, die nacheinander einzeln aus einer Diskothek in Kolbermoor kamen. Der letzte starb an den Folgen der Schläge und Tritte.

21. August 1999:

Zwei Männer in Neonazi-Montur verprügeln und stiefeln einen Niederländer (38) und dessen Freund (31), die gerade aus einer Münchner Schwulenbar kommen. Der Holländer erleidet einen Schädelbasisbruch und kehrt als Pflegefall heim. Die Täter wurden nie gefasst.

17. September 1999:

Eine zehnköpfige Horde Neonazis wirft an der Donnersberger Brücke in München den Besucher eines Reggae-Festivals aufs S-Bahngleis. Ein Begleiter kann seinen Freund gerade noch retten.

15. April 2000:

Drei rechtsextreme Jugendliche schütten Benzin durch die offenen Fenster des vorwiegend von Türken bewohnten Bürgerhauses von Dorfen (Kreis Erding). Die Bewohner konnten das Feuer in letzter Sekunde löschen.

19. Juli 2003:

Zwei Skinheads (33, 27) prügeln und stiefeln in München einen Aussteiger krankenhausreif. Zwei Mädchen (17, 18) und ein 20-Jähriger applaudieren den Schlägern.

12. September 2003:

Ein Dutzend Skins überfallen in Schwabing einen US-Amerikaner (48). Der Mann kann sich die Neonazis vom Leib halten, indem er sich mit einem Halteverbotsschild verteidigt. Als zwei Zivil-Polizisten ihm helfen wollen, gehen die Rechten auch auf die Polizisten los.

2008:

Die NPD entdeckt Bayern als Aufmarschgebiet: Die Rechten marschieren in Gräfenberg, es gibt Aktivitäten in Warmensteinach oder in Halsbach (Kreis Altötting).

München, Oktoberfest 1980

Es war um 22.19 Uhr, als die ausgelassene Stimmung auf dem Münchner Oktoberfest in blankes Entsetzten umschlug. Eine Bombe explodierte in einem Abfall­eimer am Haupteingang und riss 13 Menschen, darunter Kinder, in den Tod. 211 Festbesucher wurden zum Teil schwerst verletzt. Als Täter wurde der Student Gundolf Köhler (21) ermittelt, der ebenfalls bei dem Anschlag starb. Köhler war Anhänger der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann.

Schwandorf, 17. Dezember 1988

Der in Schwandorf bekannte Neonazi Josef S. (19) legt in einem Innenstadt-Haus Feuer. Die dreiköpfige türkische Familie Can (12, 44 und 55) sowie ein Deutscher (47) kommen in den Flammen ums Leben. Mehrere Bewohner können sich schwer verletzt aus den Fenstern retten. Der Brandstifter wird später zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Entlassung schließt er sich wieder der rechten Szene an.

Quelle: tz

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