Die Seelen drängen sich in ihrem Haus

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Die Bergwacht fand von Ludwig T. nur noch Knochen, einen Schuh und seine Jacke.

München/Große Wesenberg - Hellseherei, Tote, die sich aus dem Jenseits melden: Wer glaubt schon an solchen Spuk? Bestimmt nicht die bodenständigen Männer der bayerischen Bergwacht – könnte man meinen.

Die Bergwachtler aus Grainau aber wissen seit letztem August: Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde … Sie bargen die sterblichen Überreste des 2006 abgestürzten Bergsteigers Ludwig T. (24) auf der Zugspitze – nur dank der Hinweise der Hellseherin Martina Kaczmarek. Ein Ereignis, das offenbar eine Schleuse ins Totenreich öffnete. Denn: Auch die Seele von Peggy Knobloch, dem Mädchen, das seit 2001 im oberfränkischen Lichtenberg vermisst wird, spricht jetzt mit der Hellseherin …

Die unglaubliche Geschichte beginnt am 7. Mai 2006. Ludwig T. aus Hurlach bei Landsberg sendet sein letztes Lebenszeichen: Beim Anstieg zum Hohen Riffel im Wettersteinmassiv schwärmt er seiner Mutter am Handy von der traumhaften Aussicht vor. Seitdem ist er verschwunden. Die Bergwacht sucht ihn, tagelang. Irgendwann gibt sie auf. Vielleicht gibt der Berg den Toten nie mehr frei, heißt es.

Eineinhalb Jahre später, Advent 2007 – viele hundert Kilometer entfernt von der Zugspitze: Martina Kaczmarek sitzt an ihrem Tisch in Groß Wesenberg, Schleswig-Holstein. Plötzlich fährt durch sie ein grüner Ball wie ein Blitz. „Ich wusste: Jemand möchte etwas von mir.“ Das Licht leuchtet wie ein „Spot von oben“ auf ihre Tarotkarten. Es deutet an: „Tot – in den Bergen – eine Mutter weint.“ Martina Kaczmarek nimmt ihr Pendel, es schwingt wie wild. Es schreibt Buchstaben! Den Namen von Ludwig T..

Die 47-Jährige kennt niemanden, der so heißt, weiß nichts von dem Bergunglück, war ihr Leben lang nie im Zugspitzgebiet. Aber sie fühlt sich seit ihrer Kindheit zur Spiritualität hingezogen. „Ich habe die Gabe von meiner Oma geerbt.“ Sie will dem Hinweis unbedingt nachgehen, schaut im Internet. „Auf der Seite der Kripo sah ich dann sein Vermisstenfoto. Es war wie ein Kälteschock! Ich wusste, ich hab ihn.“

Martina Kaczmarek besorgt sich eine Karte von der Zugspitze, darauf zeigt ihr Ludwig, wo sein Körper liegt. Doch: Was tun mit der Information? Glauben die ihr in Bayern? „Irgendwann habe ich einfach die Nummer der Kripo gewählt.“ Sie glaubt es kaum: Dort wird sie nicht belächelt, sondern sofort weiterverbunden.

Bergwachtler Bernhard Schmid weiß zunächst gar nicht, was er von der Sache halten soll. „Ich hab mich nie mit Hellseherei beschäftigt. Aber es war äußerst interessant, was diese Frau alles gewusst hat – über Umstände, die sie eigentlich gar nicht wissen konnte.“ Und die Bergwacht zieht tatsächlich los, sucht gemäß Kaczmareks Angaben nach Ludwig T.. Doch am Abend rufen sie die Hellseherin an: „Dort liegt Ludwig nicht.“ Trotzdem weiß sie, dass sie recht hat! „Ludwig hat uns mitgeteilt: Er hat die Leute gesehen, die ihn suchen. Sie waren ganz in seiner Nähe.“

Und dann taucht Ludwigs Geist plötzlich sichtbar in Kaczmareks Haus auf. „Er hat sich auf einen Sessel gehockt.“ Kurz darauf bekommt die Hellseherin einen Brief von Schmids Tochter: „Es gibt gute Nachrichten. Die sterblichen Überreste sind gefunden worden. Ich hoffe, dass er nun zur Ruhe kommen kann.“ Da weiß die 47-Jährige: „Er kam, um sich zu verabschieden.“ Ludwigs Überreste – ein paar ausgebleichte Knochen – können endlich beerdigt werden.

Ein glückliches Ende? Es ist erst der Anfang … „Ludwig hat ein Tor geöffnet. Er ist ein Begleiter für andere Vermisste geworden.“ Unglaublich: Die Seelen drängen sich in ihrem Haus! „Hier spielen Kinder, hier sitzen Personen am Esstisch.“ Alle wollen, dass die Hellseherin ihnen hilft, ihre Hinterbliebenen tröstet. Zuerst hat sie Angst. „Jetzt aber freue ich mich, helfen zu können, damit sie ihren Frieden finden.“

Diese Woche meldete sich nun eine neue Seele. Ein kleines Mädchen mit wunderschönen blauen Augen … Peggy Knobloch, der vielleicht spektakulärste Vermisstenfall in Bayern der letzten Jahre. Der 32-jährige Ulvi K. wurde 2004 als ihr Mörder verurteilt, nur aufgrund des widerrufenen Geständnisses des geistig Behinderten– obwohl die Leiche nie gefunden wurde.

Kaczmarek, selbst Mutter von fünf Kindern, hat den Kontakt zu Peggy aufgenommen. Sie weiß: „Sie ist tot. Sie wird mir den Weg zu ihrem Körper zeigen.“ Wenn der Boden nicht mehr gefroren ist, soll man ihre Leiche ausgraben können. Alles Humbug? Bei Ludwig T. hatte die Hellseherin recht. Das kann die Bergwacht bezeugen.

Andrea Stinglwagner

Hellseherin Martina Kaczmarek hat auch Antworten auf spektakuläre Fälle, die die ganze Welt bewegen. Etwa zum Fall Madeleine (Maddy) McCann aus Großbritannien, dem Mädchen (3), das am 3. Mai 2007 während eines Urlaubs an der Algarve verschwand. Kacz­marek: „Maddy ist tot. Sie ist hier bei uns, ihre Seele hat sich an uns gewandt.“ Wie sie starb und wo die Leiche liegt – das habe die Hellseherin den Behörden bereits mitgeteilt. Wenn man dem nachgehe, sei der Fall bald gelöst. Ein weiterer Fall: Ylenia Carrisi, die Tochter von Al Bano und Romina Power. Sie verschwand 1994 in New Orleans – die Leiche wurde nie gefunden. Ihr berühmter Vater glaubt, sie habe Drogen genommen, sei im Mississippi ertrunken. Hellseherin Kaczmarek glaubt, es besser zu wissen: „Sie liegt auf dem Friedhof in New Or­leans.“ Sie wurde Opfer einer Art Sekte. Kaczmarek sagt: „Sie will, dass sich ihre Eltern wieder versöhnen..."

Quelle: tz

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