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Diese Gefahren drohen unseren Vögeln

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Zaunkönige kühlen leicht aus. © Andreas Schäfferling

München - Während die Menschen sich mit Böllern über das neue Jahr freuen, beginnt für die Vögel ein Horror. Doch nicht nur das macht den Tieren zu schaffen.

Sie trotzen Schnee und Eis und Sturm, weil ihnen die Natur die Werkzeuge, den Instinkt und den unbedingten Willen zum (Über-)Leben mitgegeben hat. Gegen manche Widrigkeiten jedoch ist auch der fitteste Vogel machtlos. Die tz zeigt die vier größten Gefahren für unsere Wintervögel auf – und gibt lebensrettende Tipps, wie wir ihnen helfen können:

Hunger: Eisvögel sind zu jeder Jahreszeit auf kleine Fische aus Bächen und Seen angewiesen – ebenso wie die Raubvögel auf Mäuse. Diese Spezialisten können nicht mal eben auf Körner umsteigen. Wenn ihre Jagdgründe über Nacht frieren und/oder einschneien, ist Crash-Diät angesagt. In langen Kälteperioden droht vielen dieser Vögel der Hungertod. Zum Glück gibt es fachkundige Naturschützer und die Experten vom Landesbund für Vogelschutz, die z. B. den Eisvögeln an den richtigen Stellen die Eisdecke aufhacken. Interesse? Der Landesbund für Vogelschutz freut sich über aktive Mitglieder. Infos: www.lbv.de.

Krankheit: Wo viele Vögel zum Fressen kommen, breiten sich Krankheiten rasend schnell aus. Speziell Grünfinken und Erlenzeisige sind anfällig für regelrechte Epidemien. Nasses und verunreinigtes Futter sofort beseitigen, Vogelwasser in der Tränke täglich (!) wechseln, Futterstellen ringsherum sauber halten.

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Kälte: Je kleiner der Vogel, desto größer die Gefahr. Denn die Kleinen kühlen schneller aus. Der scharfe Winter 2010 hat zum Beispiel den nur wenige Gramm leichten Zaunkönigen und Wintergoldhähnchen (Insektenfresser) schwer zugesetzt. Ihre einzige Chance: Sie müssen fressen, fressen, fressen – spätestens alle halbe Stunde. Helfen Sie den Kleinen mit energiereichem (Fett-)Futter bzw. Schlupflöchern in warme Ställe.

Silvester: Als Fluchttiere legen Vögel häufig fulminante Blitzstarts hin. Tagsüber ist das kein Problem. Doch nachts sind alle Wildvögel außer Eulen und Käuze blind. Und so geraten sie in der Silvesternacht zu Tausenden urplötzlich in Todesangst. Von Böllern und Raketen jäh aus dem Schlaf gerissen, jagen sie in panischem Blindflug davon, prallen gegen alle möglichen Hindernisse, brechen sich die Hälse oder stürzen schwer verletzt ab. Halten Sie darum bitte unbedingt Abstand von Parks, Hecken, Flussufern und Waldrändern.

Stunde der Wintervögel im Januar: So machen Sie mit!

Bei der großen Wintervogelzählung in Deutschland und Österreich soll in diesem Winter erstmals die Hunderttausendermarke geknackt werden. Vom 6. bis 8. Januar ruft der LBV zur Stunde der Wintervögel auf. Beobachten Sie an einem dieser drei Tage eine Stunde lang die Vögel am Futterhaus, im Garten oder im Park. Notieren Sie Ihre Ergebnisse im Meldebogen mit den zehn wichtigsten Vogelporträts, den Sie in der Ausgabe vom 5./6. Januar aus Ihrer tz ausschneiden können. Unter allen Teilnehmern verlost der LBV ein wertvolles Swarovski-Fernglas und eine Digitalkamera der Firma Sauter, fünf LBV-Holz-Vogeluhren, 25 Vivara-Futtersäulen-Sets und 50 Geschenkgutscheine der Hofpfisterei.

Weitere Informationen im Internet erhalten Sie hier

dop

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