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Hautkrebs-Check in Bikini und Badehose: Ärztin nutzt Freibad als Sprechzimmer

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Von: Thomas Eldersch

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Hautkrebs-Diagnosen nehmen in Deutschland immer weiter zu. Eine Hautärztin aus Dinkelsbühl hatte jetzt eine clevere Idee, die Menschen zum Screening zu locken.

Dinkelsbühl – An Sonne und schönen Tagen mangelt es diesen Sommer sicher nicht. Der Platz am Badesee oder Freibad wird am besten gar nicht mehr abgegeben. Dabei unterschätzen häufig viele Menschen eine nur allzu präsente Gefahr. Die Sonne ist nicht immer unser Freund – vor allem, wenn man sie zu lange oder ungeschützt genießt. Eine mögliche Folge: Hautkrebs.

Hautkrebs-Screening im Freibad: Hautärztin aus Dinkelsbühl mit cleverer Idee

Damit es nach dem Sonnenbaden keine bösen Überraschungen gibt, sollte man regelmäßig zum Hautkrebs-Screening gehen. Denn jedes Jahr erkranken laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) 230.000 Menschen neu an Hautkrebs. Davon erhalten etwa 28.000 Menschen die angsteinflößende Diagnose schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom). Deshalb sollte jeder ab 35 Jahren alle zwei Jahre zum Hautkrebs-Screening gehen. Die Krankenkasse zahlt solch eine Untersuchung bei einem Hautarzt oder einem qualifizierten Hausarzt.

Regelmäßige Hautkrebsuntersuchungen sind wichtig.
Regelmäßige Hautkrebsuntersuchungen sind wichtig. Jetzt verlegte eine Hautärztin aus Dinkelsbühl einfach ins Freibad. © Sebastian Kahnert/dpa/Yay Images/Imago/Collage: Merkur.de

Während der Corona-Pandemie nahmen jedoch zahlreiche Menschen diesen wichtigen Termin nicht wahr. Das fiel auch Petra Ziegler, Hautärztin aus dem mittelfränkischen Dinkelsbühl (Landkreis Ansbach), auf. Doch die findige Ärztin ließ sich etwas einfallen. Sie dachte sich wohl, wenn die Patienten nicht zu ihr kommen, geht sie eben zu den Patienten. Und so stattete sie dem Wörnitzstrandbad einen Besuch ab und hielt dort mit einem Kollegen Screenings ab, wie der BR schreibt.

34 Hautkrebs-Screenings in der Stunde im Freibad in Dinkelsbühl

Der Dinkelsbühler Ärztin fiel nämlich auf, dass sich nach den Corona-Jahren die Fälle von schweren Hauttumoren in ihrer Praxis häuften. Viele ihrer Patienten ließen die Kontrolle schleifen aufgrund von Ansteckungsangst. Und so funktionierte sie kurzerhand das Bademeister-Zimmer zum Praxisraum um und Bademeisterin Susanne Rühl durfte Sprechstundenhilfe spielen, heißt es weiter beim BR.

Zunächst war die Nachfrage noch verhalten. Doch am Tag der Aktion selbst war jeder Termin restlos ausgebucht. Und in der Tat, während der Untersuchung erzählten ihr zwei Patientinnen, dass sie den Vorsorgetermin wegen Corona ausfallen ließen. Im Akkordtempo untersuchten Ziegler und ihr Kollege Matthias Kleemann die Badegäste. 34 Menschen pro Stunde konnten sie laut BR so untersuchen. Bei einigen stellten die Ärzte tatsächlich Hautveränderungen fest. Diese würden in den kommenden Tagen in der Praxis entfernt.

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Tipps zur Vorbeugung gegen Hautkrebs und zur Früherkennung

Hautkrebs kann so gut wie jeden treffen. Einmal nicht aufgepasst oder vergessen sich einzucremen und schon hat man einen Sonnenbrand. Mit diesen Tipps können Sie Hautkrebs vorbeugen.

Um festzustellen, ob es sich bei einem Muttermal oder Hautfleck um Hautkrebs handeln könnte, kann man die ABCDE-Regel anwenden. A steht hierbei für Asymetrie, also ist der Fleck unregelmäßig geformt. B bedeutet Begrenzung. „Achten Sie auf verwaschene, gezackte oder unebene und raue Ränder“, schreibt in dem Zusammenhang die KBV. C steht für Colour. Ist der Fleck unregelmäßig gefärbt oder hat er einen schwarzen Mittelpunkt? D bedeutet Durchmesser. Alle Male, die einen größeren Durchmesser als fünf Millimeter haben, sollten kontrolliert werden. Und zu guter Letzt E. Das steht für Entwicklung, also hat sich der Fleck im Laufe der Zeit verändert. Wenn man auf diese Tipps und Vorsichtsmaßnahmen achtet, sollte einem Besuch im Freibad oder See nichts mehr im Wege stehen. (tel)

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