Disko "Punked Pony" in der Kritik

Promille-Werbung: Statt Preisen nur Ärger

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Im Nachhinein präsentiert sich die "Hangover"-Party brav.

Aichach - Mit einer Werbekampagne, bei der es sich angeblich nur um einen Fehler handelt, hat die Disko "Punked Pony" Protest ausgelöst: Mit "Preisen für die höchsten Promille" war eine "Hangover-Party" angekündigt worden.

Inzwischen ist der dritte Teil der Komödie "Hangover" in den Kinos, in der die Hauptpersonen im Vollrausch die tollsten Dinge anstellen und in lustige Abenteuer verwickelt werden. Der "Kater" (englisch: Hangover) am nächsten Tag wird dabei harmlos und spaßig dargestellt. Diskothekenbetreiber, die sich bei den Mottos ihrer Partys stark an Trends orientieren, griffen das Thema auf.

Auch in der Aichacher Diskothek "Punked Pony" fand Anfang März eine "Hangover-Party" statt, die nun im Landkreis für Kontroversen sorgt: Denn auf der Webseite wurde für die Veranstaltung mit "Promille-Cops unterwegs! Preise für die höchsten Promillewerte" Werbung gemacht.

Betreiber: "Ein Versehen" - Promille-Cop: "Irreführend"

Die Geschäftsführer Peter Mannweiler und Philipp Schleef bezeichneten die Zeile gegenüber der Augsburger Allgemeinen als "Versehen" und "Fehler in der Werbung" - der Grafiker habe bei der Seiten-Gestaltung versehentlich den für einen anderen Club vorgesehenen Hinweis einkopiert. Die fälschlich angekündigten Promille-Cops seien gar nicht bei der Veranstaltung gewesen.

Für Sebastian Voigt, Inhaber der Firma "Promille Cops", vermittelt die Werbung einen falschen Eindruck: In Polizei-Kostümen bieten seine Mitarbeiter auf Partys Promilletests an, um alkoholbedingten Unfällen vorzubeugen. Die Werbung im Punked Pony sei ohne seine Zustimmung erfolgt: "Das ist nicht unser Konzept und nicht in unserem Sinne."

Werbung von der Club-Seite getilgt

Auch auf dem Flyer für eine Stufenparty des Deutschherren-Gymnasiums Aichach war die Hangover-Werbung zu sehen - ebenfalls ohne die Zustimmung von Schulleitung und Schülern, so Direktor Gerhard Haunschild. Er will deshalb rechtlich gegen die Betreiber des Clubs "Punked Pony" vorgehen.

Auf der Homepage und Facebook-Seite des Clubs ist die Werbung inzwischen nicht mehr zu finden: "Messe deinen Rausch! Den ganzen Abend sind Promille-Cops unterwegs!!", heißt es dort schlicht, vom Veranstaltungs-Bild ist der "Preise für Promille"-Hinweis komplett verschwunden.

Party verlief laut Aichacher Polizei friedlich

Auf der Party selbst soll es keine Probleme mit Komasäufern gegeben haben, versicherte der Chef der Polizei Aichach. Man habe die Betreiber jedoch ermahnt, sich beim Bewerben ihrer Veranstaltungen mehr zurückzuhalten.

Beide Inhaber des "Punked Pony" hatten laut eigener Angabe noch nie Probleme mit dem Jugendamt und haben zudem versichert, sich für den Jugendschutz zu engagieren.

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