Bei Ladendiebstahl in der Schweiz

DNA-Treffer führte Ermittler zu Raubmördern

Nürnberg - Lange suchte die Polizei vergeblich nach den Mördern einer 85 Jahre alten Frau in Nürnberg: Dann führte ein genetischer Fingerabdruck nach einem Ladendiebstahl in der Schweiz die Ermittler zu den zwei mutmaßlichen Tätern.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten, sollen die beiden 28 und 37 Jahre alte Männer die Frau vor knapp zwei Jahren in ihrer Wohnung ausgeraubt und getötet haben.

Eine Belohnung von 10.000 Euro, ein Aufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ und ein Massen-Gentest hatten der Sonderkommission keine heiße Spur gebracht. Aber im Frühjahr 2014 meldete das Bundeskriminalamt einen DNA-Treffer in der Schweiz: Der 28-Jährige soll dort einen Ladendiebstahl begangen haben. Sein genetischer Fingerabdruck stimmte mit den Spuren vom Tatort in Nürnberg überein. Auch sein Handy war während des Tatzeitraumes in Tatortnähe eingeloggt. Der 28-Jährige stellte dann in der Schweiz einen Asylantrag. Aus der Flüchtlingsunterkunft verschwand er jedoch kurz später und ist seitdem auf der Flucht.

Nach Giorgi Chkheidze (geb. Gvaladze) wird derzeit mit internationalem Haftbefehl gesucht. Für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, gibt es noch immer die 10.000 Euro Belohnung.

Zweiter Täter in Italien in Haft

Durch Ermittlungen im Umfeld des 28-Jährigen fand die Polizei auch den 37-Jährigen. Er soll zusammen mit dem 28-Jährigen im August 2013 einen Einbruch in Italien begangen haben. Seitdem sitzt er dort in Haft. Auch eine DNA-Probe von ihm ergab einen Treffer. Der 28-Jährige war von den italienischen Behörden damals freigelassen worden.

Die Staatsanwaltschaft bemüht sich nun, dass der 37-Jährige nach Deutschland ausgeliefert wird. Wann dies passiert, sei noch offen, sagte Sprecherin Antje Gabriels-Gorsolke.

Die beiden Einbrecher waren im Juni 2013 über die offene Balkontür in die Erdgeschosswohnung der 85-Jährigen eingedrungen, wie Soko-Leiter Thilo Bachmann sagte. Sie durchwühlten das Appartment und stahlen unter anderem Geld, Schmuck und eine teure Armbanduhr. Die alte Frau töteten sie, indem sie sie erstickten.

Am Tag vor der Tat soll der 28-Jährige auch noch bei einer 78 Jahre alten Frau eingebrochen sein und eine Handtasche gestohlen haben. Am Tatort - ebenfalls in Nürnberg - konnte eine Fingerspur von ihm gesichert werden. Die 78-jährige schlief währenddessen und bemerkte den Einbruch erst am nächsten Tag.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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