Dobrindt verspricht:

Bau für Umgehung Oberau soll 2015 beginnen

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Oberau  - Die Ortsumfahrung in der Gemeinde Oberau soll von 2015 an gebaut werden. Mehr als 170 Millionen Euro möchte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dafür locker machen - eine Erlösung für die Bürger.

Josef Bobinger hat kaum glauben können, was er eben gehört hatte. „Ich hoffe, das ist kein Faschingsscherz“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative zur Verkehrsentlastung Oberau (VEO). Zu lange schon kämpfen die Bürger in der fast 3100 Einwohner zählenden Gemeinde zwischen dem Ende der A 95 und Garmisch-Partenkirchen für eine Ortsumgehung. Zu oft machten sie sich Hoffnungen auf eine Erlösung von Stau, Lärm und Abgasen – aber sie erfüllten sich nie. Bis jetzt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte bei einer Konferenz am Samstagmittag in Murnau zu, dass im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen wird. Kein Faschingsscherz, nein, ein historischer Moment, eine Sensation. Der jahrzehntelange Kampf und die Protestaktionen, sie haben sich gelohnt. „Das ist ein großer Tag für die Gemeinde“, jubelte Bürgermeister Peter Imminger (CSU). Der Landtagsabgeordnete Harald Kühn, ebenfalls CSU und bis Herbst 2013 Landrat des Kreises Garmisch-Partenkirchen, sprach vom „Durchbruch“, der amtierende Landrat Anton Speer (Freie Wähler) von einer „frohen Kunde“.

Das dürfte sie nicht nur für das Dorf sein, das im Verkehr erstickt und nun erlöst wird, sondern auch für die anderen Landkreisbürger – und für die Tagesausflügler und Urlauber. Bei Ausflugswetter, an den Wochenenden und in den Ferien quälen sich regelmäßig lange Blechlawinen durch das Loisachtal: morgens staut es sich schon auf der A 95 Richtung Garmisch-Partenkirchen, abends kilometerweit zurück. Oberau ist die Schlüsselstelle, der Flaschenhals. In Spitzenzeiten sollen es bis zu 40 000 Fahrzeuge am Tag sein. Erst am Samstag war es wieder so, Bobinger sah es selbst, als er nach Murnau fuhr.

Dobrindt, gleichzeitig der Bundestagsabgeordnete für den Kreis, kündigte an, dass sein Ministerium nach der Verabschiedung des Bundeshaushaltes in der zweiten Jahreshälfte 2014 ein Paket mit Infrastrukturprojekten schnüren werde. Für jene Vorhaben wolle er dann die Ausschreibung starten. „Mein Wunsch ist, dass Oberau in dieses Paket reinkommt“, sagte er. Der CSU-Politiker rechnet damit, dass der Bau der Umfahrung 2015 beginnt. Er hofft, schon bald zum Spatenstich kommen zu können. „Ich halte diese Maßnahme für dringend notwendig“, betonte der Peißenberger. Baurecht besteht, rechtliche Hindernisse gibt es nicht mehr.

Die rund vier Kilometer lange Umfahrung beginnt nach den Plänen der Autobahndirektion Südbayern im Norden Oberaus mit einer Anschlussstelle. Daran schließt sich der drei Kilometer lange Tunnel mit zwei Röhren an, der den Ort im Westen umfährt. Südlich, an einer Anschlussstelle, biegt die Trasse auf den längst ausgebauten Abschnitt vor Farchant ein. Die Kosten werden auf 174 Millionen Euro geschätzt. Allerdings wird bereits die Altlastensanierung im Norden, die fast beendet ist, deutlich teurer als die kalkulierten zehn Millionen Euro.

Ein Faschingsscherz war es also nicht. Aber Bobinger besuchte am Abend dann noch den Faschingsball des Trachtenvereins. Auch dort glaubte ihm niemand so recht die frohe Botschaft. Bobinger: „Ich habe ihn dafür umso mehr genossen.“

Von Roland Lory und Matthias Holzapfel

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