Eine Stunde nach der Bluttat

Doppelmord in Traunreut: Hier schaut der Verdächtige einfach zu

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Ferdinand F. (gelber Kreis) steht als einziger Zivilist innerhalb der Absperrung in Tatortnähe.

Während Samstagnacht ein Großaufgebot in Traunreut nach einem Unbekannten suchte, der in der Kneipe Hex-Hex ein Blutbad angerichtet hatte, stand der mutmaßliche Täter seelenruhig innerhalb der Polizeiabsperrung!

Traunreut - Vollkommen unbehelligt schaute der Mann mit der Schildmütze nach dem Doppelmord den Beamten bei der Arbeit zu! Das belegt ein Foto aus der Tatnacht. Eine Stunde zuvor hatten keine 15 Meter entfernt zwei Freunde (beide 31) ihr Leben verloren, sie wurden erschossen. Wirtin Gaby S. (50) und eine Freundin (28) kamen verletzt ins Krankenhaus. 

Mutmaßlicher Schütze: Ferdinand F. (62). Der wohnte in der Nähe des Tatorts am St-Georgs-Platz. Das Foto mit dem Täter dürfte um 23.40 Uhr entstanden sein. Da tauchte er an einer Ecke innerhalb der Polizeiabsperrung auf - Typ netter Onkel: gestreifter Pulli, Kappe, Bart, Brille. Keiner kümmerte sich scheinbar um den mutmaßlichen Täter. 

Seine Waffe brachte er noch nach Hause

Der Gesuchte wirkte ruhig, beobachtete die Beamten, von denen einige ihm den Rücken zuwandten. Er hatte es also in die letzte Absperrung geschafft, die nur Polizeikräfte betreten dürfen. Und das zu einem Zeitpunkt, als längst nach ihm gesucht wurde. Vor seiner Rückkehr zum Tatort hatte er noch die Tatwaffe, ein Gewehr vom Typ Mauser K98, nach Hause gebracht. Nach einer gewissen Zeit wurde der Mann aber doch als der Gesuchte erkannt - kurz nach Mitternacht klickten die Handschellen

Ferdinand F. grinste dabei die Beamten an. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd wollte sich wie die zuständige Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag nicht mehr zu dem Fall äußern, es werde ermittelt. Dagegen sprach eine Verwandte der Wirtin. Danach sei der 62-Jährige zunächst alleine in den Gasträumen gesessen. „Er hatte ein Getränk.“ Der Mann sei dann gegangen, ohne dass es Streit gegeben habe. 

Gegen 22.30 Uhr standen die Wirtin und ihre Freundin sowie die zwei Männer zum Rauchen vor der Tür. „Anschließend gingen sie wieder hinein“, sagte die Verwandte. Dann ging die Tür auf, Schüsse fielen. Die beiden Männer starben.

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