56-Jähriger von Granitblock erdrückt

Frankenberger steht Hinterbliebenen bei

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Sebastian Frankenberger verlässt das Anwesen, in dem sich die Hinterbliebenen versammelt hatten.

Passau - Politiker Sebastian Frankenberger (33) war am Wochenende als Notfallseelsorger im Einsatz - bei einem Drama auf einem Bauernhof im Kreis Passau.

Und mit einem Mal ist alles anders. Eine Sekunde nur, in der das Leben der Mitmenschen auf den Kopf gestellt wird, in denen sich die Leute plötzlich in einer Tragödie wiederfinden. Sebastian Frankenberger (33), Politiker und erfolgreicher Initiator des Volksbegehrens für echten Nichtraucherschutz in Bayern, versucht in solchen Situationen, den Hinterbliebenen beizustehen. Als Notfallseelsorger im Krisenintervententionsteam. Auch am Wochenende wurde er gerufen: zu einem Drama auf einem Bauernhof in Hutthurm (Kreis Passau).

Das Anwesen in Hutthurm: Hier hatte sich in der Nacht auf Samstag die Unfall-Tragödie ereignet.

Was sich dort genau ereignet hatte, stand am Sonntag noch nicht fest. Gerhard B. (56) wurde am Samstagmorgen tot im Innenhof seines Anwesens gefunden. Mit eingedrücktem Brustkorb lag er unter einem viele Zentner schweren Granitquader. Notarzt und Sanitäter hatten ihm nicht mehr helfen können, denn Gerhard B. muss schon seit Stunden tot gewesen sein.

Ein Freund hatte ihn am Freitagabend kurz nach Mitternacht mit dem Auto nach Hause gebracht. Der 56-Jährige ging über die Tür an der Straßenseite direkt ins Haus. Doch später muss er es noch einmal verlassen haben und in den Innenhof gegangen sein. Dort lagerten verschiedene Tröge aus Granit, Rinnen und Zaunpfosten, teilweise aufeinandergestapelt. Gerhard B. befand sich im Innenhof auf einer 1,30 Meter hohen Mauer, von der er aus unbekannten Gründen stürzte und dabei einen 200 Kilogramm schwerer Granittrog löste. Dieser fiel auf den Mann.

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen hielt Pfarrer Markus Krell für die Angehörigen von Gerhard B. an der Unglücksstelle eine Andacht. Sebastian Frankenberger half zudem vor Ort mit. „Ich mache dies seit 2006 nach einer einjährigen Ausbildung in der Diözese Linz“, berichtet Frankenberger. In der Diözese Passau hatte er am Wochenende Bereitschaftsdienst und wurde deswegen zu dem Drama auf dem Hutthurmer Anwesen gerufen. „Wir sind spätestens nach drei Stunden vor Ort“, sagt Frankenberger. „Damit einfach jemand da ist, der Hinterbliebenen und Augenzeugen in einer solch schweren Situation beisteht.“ Hinzu kommen organisatorische Aufgaben, um etwa mit der Polizei oder mit Bestattungsunternehmen zu reden. Laut Augenzeugen mussten am Samstag viele Menschen getröstet werden.

rp/mc

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