Mittenwalder stürzt vor den Augen seiner Frau in den Tod

Drama um Kletter-Ass

Mittenwald - Sind alle gesund zurück …“ schreibt Matthias Robl (38) am 1. Mai auf seiner Internet-Hompage. Es ist sein letzter Eintrag.

Nach einer erfolgreichen Tour durch die Eiswüste Alaskas. Der Extrembergsteiger, von Beruf Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr in Mittenwald, wusste immer um das Risiko seines Sports. Akribisch bereitete er sich deshalb auf jede seiner Expeditionen auf – doch am Samstag vor Pfingsten ließ ihm das Schicksal keine Chance. Das Kletter-Ass stürzte an der „Chinesischen Mauer“, einer Kletterwand am Tiroler Öfelekopf, in den Tod – vor den Augen seiner Frau Alexandra (33).

Das Ehepaar kennt an der 150 Meter hohen Wand fast jeden Quadratzentimeter. Vor drei Jahren haben sie hier gemeinsam einen Kletter-Sektor mit 27 Routen erschlossen. Am Samstag sind sie wieder unterwegs, um eine Neutour einzurichten. Alexandra steigt vorne weg, ihr Mann folgte ihr. Die beiden setzen Standhaken. Ein Stück weiter will Matthias dann noch eine Zwischensicherung setzen. Mit der linken Hand benutzt er den Akkubohrer, um ein Loch zu setzen, mit der rechten hält er sich an einer großen Schnuppe (Steinbrocken) fest. Da passiert’s: Die Schuppe bricht, Matthias Robl findet keinen Halt mehr. Er knallt 30 Meter tiefer auf den Hangfuß, rutscht dann noch einmal 150 Meter weiter eine steile Schotterrinne nach unten! Er ist schwerst am Kopf verletzt, kann aber noch mit einem Tau geborgen und auf einen Zwischenlandeplatz gebracht werden. Dort kümmert sich der Notarzt um ihn – und seine Frau – Alexandra Robl ist Krankenschwester. Ein Helikopter fliegt den 38-Jährigen schließlich weiter ins Innsbrucker Klinikum. Doch dort können die Ärzte nichts mehr für ihn tun: Die Verletzungen sind zu schwer.

Matthias Robl, der aus Oberstdorf stammt, galt schon als Jugendlicher als unglaubliches Klettertalent. Bereits mit 17 hatte er im Allgäu alle schwierigen Routen bewältigt. Als Heeresbergführer bei den Gebirgsjägern in Mittenwald vermittelte er auch vielen Kameraden die Faszination seines Sports.

Entsprechend geschockt war gestern der Kommandeur der Einheit, Oberstleutnant Michael Warter. Noch im November war er mit Robl auf einer Skitour. „Ich mochte ihn als Mensch und als Soldat, ich schätzte ihn sehr“, meinte der um Fassung ringende Offizier in einem Gespräch mit dem Garmischer Tagblatt.

CS/WK/WdP

Klettern im Eis: „Wie schweben“

Matthias Robl absolvierte rund 2500 Fels- und Eistouren, darunter waren über 30 Erstbesteigungen. In den letzten Jahren galt seine Leidenschaft dem Himalaya. 2005 bestieg er den sechsthöchsten Berg der Erde, den 8202 Meter hohen Cho Oyu von der tibetischen Seite aus. 2007 setzte Robl neue Maßstäbe im Leistungsbergsteigen. Am Mustagh Ata (7545 m) in China benötigte er für den Auf- und Abstieg mit Skiern nur acht Stunden und 37 Minuten und unterbot die bis dahin geltende Bestmarke damit um mehr als eine Stunde! Den Mount Everest nahm Robl ohne Sauerstoffgerät in Angriff. Er schaffte es bis 300 vor dem Gipfel, dann zwang ihn ein Wetterumsturz zur Umkehr. Besonders angetan hatte es ­Robl die Kletterei im Eis: „Das ist ein Gefühl wie emporschweben“, beschrieb er einmal in einem Interview sein Glücksgefühl.

Quelle: tz

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