Bergführer

Durch Zufall: Fredl findet Mann in Gletscherspalte

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Fredl Schrott entdeckte den Abgestürzten in der Gletscherspalte (rechts).

Innsbruck - Ein Tourengeher aus Bayern verdankt nach einem Spaltensturz am Freitag in den Ötztaler Alpen dem zufällig vorbeikommenden Bergführer Fredl sein Leben.

Die Tour hat Bergführer Alfred Schrott, den alle nur Fredl nennen, schon mehrmals gemacht: Auf der Wildspitze sollte es vom Westgrat zum Nordgipfel und dann weiter zum Südgipfel gehen. „Wir wollten die komplette Überschreitung machen.“ Es kam nicht dazu, und einzig diesem Umstand verdankt ein 47-Jähriger aus Neustadt an der Aisch sein Leben.

Am Freitag war der 41-jährige Bergführer aus Jerzens (Tirol) mit einem Gast unterwegs an dem 3768 Meter hohen Berg, dem zweithöchsten Österreichs. Plötzlich habe er vor sich im Schnee ein Loch gesehen. „Es war eigentlich nicht groß, 70 auf 100 Zentimeter, aber es hat ganz frisch ausgeschaut“, schildert er im ORF. Wie wenn jemand abgestürzt sei. Er habe sich gesichert, reingeschaut und dann nach unten gerufen. Denn tief in der Gletscherspalte, das hörte er sogleich, steckte jemand.

Fredl lässt den Gast einen Notruf absetzen und seilt sich ab. „Er war noch a bisserl bei Bewusstsein und hat noch ein wenig reden können“, erzählt der Bergführer weiter. Er selbst sei nicht ganz zu dem Mann gelangt, es war zu eng. Und einen Sitzgurt, an dem er ihn hätte womöglich packen können, habe der Mann nicht getragen.

Zum Glück treffen die Hinterspitztaler Bergretter schnell ein. Und unter ihnen ist einer, der sehr schlank ist. So schlank, dass er es die zwölf Meter zu dem Verunglückten schafft, ihn an der Hand packen und nach oben ziehen kann. Der 47-Jährige aus Mittelfranken kommt mit schweren Verletzungen nach Innsbruck ins Krankenhaus.

Vielleicht holen Fredl und sein Gast die Tour zur Wildspitze schon bald nach.

vp

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