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Ein Flieger voll mit 45 Tonnen Hoffnung

Ebola-Krise: So helfen die Bayern

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Geißel Ebola: Die Eltern dieses Mädchens sind in der Island Clinic in Liberias Hauptstadt Monrovia am Virus gestorben .

München - Die Organisation Humedica aus Kaufbeuren betreut den Flug mit 45 Tonnen Hilfsgütern, der am kommenden Montag vom FJS-Flughafen aus nach Liberia startet. An Bord ist auch ein Münchner.

Jemand muss doch helfen! Die Menschen in Westafrika leiden unter der Ebola-Seuche, die sich inzwischen unkontrolliert ausbreitet. Am Donnerstag startete von Köln/Bonn ein erster Hilfsflug der Bundeswehr mit fünf Tonnen, am kommenden Montag hebt eine Maschine vom Flughafen München ab, die 45 Tonnen Hilfsgüter an Bord hat. Ziel: Monrovia, die Hauptstadt Liberias. Das kleine Land ist am stärksten von der Seuche betroffen.

Einsatz für Humedica: Sabine Kirchner bei einer Ultraschalluntersuchung.

Organisiert wird dieser Flug von Humedica aus Kaufbeuren. Diese Organisation ist spezialisiert auf Einsätze von freiwilligen Helfern in Katastrophengebieten. Rund 600 Ärzte, Krankenschwestern, aber auch technische Experten stehen in der Datei und können kurzfristig eingesetzt werden. So auch dieses Mal: An Bord der Transportmaschine sind die Ärztin Sabine Kirchner aus Stollberg bei Dresden sowie der Münchner Raphael Marcus, der vor Ort als Koordinator eingesetzt wird.

Die beiden werden vor Ort nicht zur Behandlung von Kranken eingesetzt, es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sie in Kontakt mit Ebola-Infizierten kommen. Obligatorisch sind darum Malaria-Prophylaxe und Gelbfieberimpfung, um im Zweifelsfall diese beiden Krankheiten ausschalten zu können. Ansonsten haben Sabine Kirchner und Raphael Marcus das einwöchige Humedica-Einsatztraining absolviert, in dem jeder Freiwillige auf alle möglichen Situationen und Szenarien vorbereitet wird.

An Bord der MD11-F sind die am dringendsten benötigen Hilfsgüter wie Infusionslösungen, medizinisches Besteck und Medikamente sowie spezifische Materialien zum Schutz des behandelnden Personals vor Ort. Wie zum Beispiel Desinfektionsmittel, Einweghandschuhe, Gummistiefel und Einwegkleidung. In einem Schiffscontainer werden gleichzeitig weitere Materialien nach Afrika geschickt.

Fliegt nach Liberia: Raphael Marcus.

Die beiden Mitarbeiter, die den Transport begleiten, werden vor allem damit zu tun haben, die Ausdämmung der Seuche zu bekämpfen. Raphael Marcus, der hauptamtlich bei Humedica arbeitet, wird als Koordinator eingesetzt, Sabine Kirchner wird den Aufbau von Gesundheitsstrukturen in Liberia unterstützen. Sie bleibt rund zwei Wochen vor Ort, während Marcus nach etwa einer Woche in München zurückerwartet wird. Um von Bayern aus weitere Hilfe gegen die Ebola-Seuche zu organisieren.

tz-Stichwort Ebola

Im August 2014 wurden erstmals Ebola-Fälle in der Republik Kongo gemeldet. Seiher breitet sich das Virus in Westafrika aus, aktuell sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2917 Menschen daran gestorben, die Zahl der Infizierten beläuft sich auf rund 6300. Laut WHO haben sich in Westafrika bereits 373 Ärzte und Pfleger mit Ebola angesteckt. In 50 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.

V. Pfau

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