„Hat schon damals in der Disco funktionert“

Partnerbörse in Corona-Zeiten: Single-Shopping-Tag bei Edeka - „Liebe zwischen Gurke und Cornflakes“

Um auch in Corona-Zeiten seinen Traumpartner zu finden, gibt es jetzt in Volkach einen Single-Shopping-Day.
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Um auch in Corona-Zeiten seinen Traumpartner zu finden, gibt es jetzt in Volkach einen Single-Shopping-Day. (Symbolbild)

Um Alleinstehenden in Corona-Zeiten eine Kennenlern-Plattform zu bieten, hat sich ein Edeka-Marktleiter in Unterfranken einen Single-Shopping-Tag ausgedacht.

Volkach - Homeoffice und Ausgangssperre, Kontaktbeschränkungen und geschlossene Kultur- und Gastrobetriebe. Die Corona-Pandemie* verdammt die Menschen dazu in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben. Vor allem für Alleinlebende schwierig da nicht den Lagerkoller zu bekommen. Um die letzte Bastion zwischenmenschlicher Interaktionsmöglichkeiten zu nutzen, um nicht allein Zuhause zu versauern, hat sich jetzt ein Edeka-Marktleiter im unterfränkischen Volkach einen Single-Shopping-Tag überlegt.

Dating in Corona-Zeiten: Edeka-Marktleiter setzt auf Single-Shopping-Tag

„Das kenn ich doch noch von früher von der Disco“, sagt Marktleiter Christoph Kolb, als er einem BR-Reporter das Konzept seines Single-Shopping-Tags erklärt. Am Eingangsbereich können sich jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr Menschen auf Partnersuche ein Herz mit einer Nummer schnappen und sich an die Jacke kleben. „Wenn einem beim Einkaufen ein attraktiver Single mit Nummer auffällt, dann muss man sich die Nummer merken. An der Kasse kann man dann mit seiner eigenen Nummer eine Nachricht für den oder die Auserwählte hinterlassen“, erklärt der stellvertretende Marktleiter Steven Schellhorn die Spielregeln.

Ob das Prinzip aus der Disco sich zwischen „Gurke und Cornflakes“ auch auf einen Supermarkt übertragen lässt, fragt der Reporter den Marktleiter. Sicher, es gebe viele ältere Menschen die Single sind, antwortet Kolb. Und was sei mit der jüngeren Generation folgt gleich die Gegenfrage. „Die Jugen haben ja ihr Tinder und alles“, kontert der Armor vom Edeka schlagfertig.

Dating in Corona-Zeiten: Erste Gefühle zwischen Pommes und Kroketten

Tatsächlich finden sich während des Interviews gleich zwei Single-Herren, die die Single-Börse 2.0 ausprobieren wollen. Mit der Nummer 50 auf dem Herz an der Brust zieht Kunde Alfons los. „Ich schau schon überall“, sagt er euphorisch. Und während der Ungebundene durch den Markt tigert, fragt der Reporter bei der Fleischereifachverkäuferin nach, wie das Konzept bisher angekommen ist. „Es hat sich noch nichts angebahnt. Das müsste auch noch passieren. Und jetzt zur Corona-Zeit* sowieso. Irgendwie muss man ja einen Partner finden.“ Zwischen Schnitzel und Rinderhack würde aber kaum Romantik aufkommen, antwortet ihr der Journalist. „Bei dem Fleisch nicht, aber vielleicht bei anderem“, kontert die Verkäuferin in ihrer lockeren fränkischen Art.

Am Tiefkühlfach für Pommes und Kroketten steht Alfons. Er hat bereits eine nette Dame erspäht. „Die lacht ja schon. Die hat meine Nummer schon gesehen. Das ist ein bisschen wie früher beim Tanzen“, freut sich der Kunde mit der Nummer 50. Ob sich etwas zwischen den Beiden entwickelt hat, lässt der Reporter offen. Den zweiten Single-Herren trifft er später auch wieder. Der Grund, warum es bei ihm nicht geklappt hat, ist simpel. „Ich hab meine Brille nicht dabei.“ Schwierig, wenn man seiner Angebeteten eine Nachricht hinterlassen will. Aber er verspricht wiederzukommen - dann aber mit Brille. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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