Edmund Stoibers Bilanz zum 70. Geburtstag

­Edmund Stoiber
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­Edmund Stoiber mit seiner Frau Karin. Nächstes Jahr feiert das Ehepaar Goldene Hochzeit.

München - Er regierte Bayern länger als Franz Josef Strauß und wäre fast ins Berliner Kanzleramt umgezogen. Auch wenn ihm am Ende seine eigenen Parteifreunde aus dem Amt geputscht haben – Edmund Stoiber kann auf eine Bilderbuch-Karriere zurückblicken. Am Mittwoch feiert er seinen 70. Geburtstag.

Es gibt dieses typische Siegerlächeln, wenn der ehemalige Ministerpräsident Edmund ­Stoiber so richtig zufrieden ist: Da neigt er den Kopf entspannt etwas zur Seite, die Falten um die Augen legen sich noch ein bisschen tiefer – und im Blick liegt staatsmännische Güte.

Ja, Stoiber ist zufrieden, als wir ihn zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag auf der Wiesn mit seiner Frau Karin treffen – eingeladen ins Käferzelt von Linde-Vorstandschef Dr. Wolfgang Reitzle, mit dem er persönlich befreundet ist.

Wie es ihm geht – angesichts der großen Zahl? Edmund Stoiber lächelt und wechselt zur dritten Person, wie er es immer ganz gern macht: „Ganz normal. Man blickt ein bisschen zurück und freut sich, dass man zum Geburtstag mehr Lob als Kritik hört, weil sich viele gern an diese Zeit der großen Wahlerfolge für die CSU erinnern.“ Bei der Landtagswahl 2003 hatte er ein Rekordergebnis erreicht.

Gefeiert werden der Mensch und seine Erfolge am heutigen Mittwochabend mit einer Gala im Prinzregenten­theater, zu der die Vereinigung der ­Bayerischen Wirtschaft lädt. Erwartet werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, FC- Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Ministerpräsident Horst Seehofer. Stoiber freut sich darauf und sagt: „Ich fühle mich sehr geehrt. Und dass sogar die Kanzlerin kommt.“

Eine Geburtstagskrise, wie man sie mit 30, 40 oder 50 hat, kennt Stoiber nicht: „Die hab’ ich mir nie leisten können. Mit 30 war ich jung verheiratet, und wir haben unser erstes Kind bekommen, und dann ist die Politik Beruf und Berufung geworden“, resümiert Stoiber. „Ich war ein leidenschaftlicher Kämpfer. Diese Leidenschaft fehlt vielleicht heute ein bisschen in der Politik. Es geht nicht alles mit Ratio und Vernunft in der Demokratie – man muss auch mit Emotion und Persönlichkeit überzeugen. Franz Josef Strauß war der Leidenschaftlichste.“

Leidenschaft entwickelt Stoiber aber immer noch, wenn es um den Bürokratieabbau in Brüssel geht, dem er sich als Leiter der EU-Arbeitsgruppe verschrieben hat, oder wenn er von Opern-Inszenierungen in Bayreuth oder München erzählt und vor allem von seiner Familie – seiner Frau, den Kindern und den Enkeln. Da hat er dann wieder dieses typische Stoiber-Lächlen auf den Lippen.

Ulrike Schmidt

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