Kleine Bank im Kreis Bayreuth

Vorstand beklaut die eigene Bank: 51-Jähriger veruntreute Millionen

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Mindestens 3,3 Millionenen Euro soll der Bankvorstand unterschlagen haben.

Der Tatort ist eine kleine Genossenschaftsbank im Kreis Bayreuth. In der Raiffeisenbank Emtmannsberg soll sich Vorstand Stefan L. (51) fast zwei Jahrzehnte lang in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Genau kann die Wirtschaftsabteilung der Staatsanwaltschaft Hof den Schaden auch drei Monate nach L.s zwischenzeitlicher Verhaftung nicht beziffern – allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass der heute 51-Jährige mindestens 3,3 Millionenen Euro unterschlagen haben soll.

Stefan L. ging seit seiner Anstellung im Geldinstitut im Jahr 2001 immer wieder mit derselben Masche vor: Er bestückte den Geldautomaten seines Instituts selbst. Dabei nahm er die großen Scheine an sich und glich das Defizit mit Fahrten zur Bundesbank wieder aus. Dass im Geldautomaten immer nur kleine Scheine zu bekommen waren, fiel offenbar niemandem auf.

Lange keine Kassenprüfung - trotz Hinweisen auf Ungereimtheiten

Mit einer gefälschten Unterschrift eines Mitarbeiters holte er sich in der Bundesbank jährlich zwischen 100 000 Euro und einer Million Euro in bar ab. Das Geld floss in Aktienspekulationen und in sein stattliches Anwesen in Bayreuth. Trotz mehrerer Hinweise auf Ungereimtheiten veranlasste der Genossenschaftsverband allerdings jahrelang keine einzige Kassenprüfung.

Die Bank hat etwa 3000 Kunden, deren Konten jedoch nicht von den Manipulationen betroffen seien. Bürgermeister Thomas Kreil, der ehrenamtlicher Vorstand er Bank ist, sagte der Süddeutschen Zeitung, er sei „menschlich tief enttäuscht“.

Stefan L. konnte seine Zugriffe stets vertuschen: Er wusste durch sechs nur von ihm einsehbare Kameras stets, wo sich seine Mitarbeiter und auch sein Co-Vorstand Jan Kalbitz befanden. Sein Verbrechen flog erst durch einen Ex-Mitarbeiter auf, der Anzeige erstattete.

Inzwischen hat der 51-Jährige ein notarielles Schuldanerkenntnis unterschrieben und wurde gegen Auflage aus der U-Haft entlassen. Der Verteidiger des 51-Jährigen sagte, sein Mandant werde mit den Ermittlungsbehörden kooperieren.

Zu einem spektakulären Banküberfall kam es mitten in München im Juli. Ein Mann hat die Sparkasse in der Rosenheimer Straße in München überfallen. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen.  

Ins Netz ging der Polizei vor kurzem auch ein Bankräuber, er sich in seiner Heimat im Ausland sicher fühlte: Rosenheimer Bankräuber im Kosovo verurteilt - er dachte, in seiner Heimat sei er sicher 

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