Bayerische Kriminalstatistik:

Einbrecher mögen München besonders

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Die Zahl der Einbrüche ist vor allem in München gestiegen. Zum Vergrößern der Grafik bitte hier klicken.

München - Laut der bayerischen Kriminalstatistik 2013 ist vor allem München für Einbrecher interessant. Die Zahl von Wohnungseinbrüchen erhöhte sich binnen eines Jahres um 21,8 Prozent.

Es sind drei Gruppen, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) als potenzielle Einbrecher ausmacht: „Der Gelegenheitseinbrecher, der reingeht, weil die Tür offen steht. Die Kriminellen im eigenen Land.“ Und halt jene Mitglieder von „international operierenden Banden, die nur zum Zweck ihres kriminellen Vorhabens einreisen“. Sie spielten bei der Steigerung an Wohnungseinbrüchen in Bayern (11,8 Prozent, 6385 Fälle) eine große Rolle. In München anscheinend besonders: Hier lag die Zunahme an Wohnungseinbrüchen binnen eines Jahres bei satten 21,8 Prozent. In konkreten Zahlen ausgedrückt musste die Polizei im Vergleich zu 2012 statt 979 1183 Fälle bearbeiten. Das geht aus der Kriminalstatistik für 2013 hervor, die gestern im Innenministerium von Herrmann und Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer vorgestellt wurde. Herrmann gab dabei zu, „dass mir der erneute Anstieg Sorge bereitet“. Wenngleich fast jede zweite Tat im Versuchstadium stecken geblieben sei, weil die Täter etwa gestört wurden.

Wirft die Kriminalitätsstatistik bei den Einbrüchen einen Schatten, zumal deren Opfer für lange traumatisiert sind, wird sie durch Zahlen bei anderen Delikten erhellt. Herrmann brachte es auf den Nenner: „In Bayern leben, heißt sicher leben.“ Alle erfassten Delikte stiegen 2013 nämlich im Vergleich zum Vorjahr minimal um 1,3 Prozent auf 635 131 Fälle an. Dazu gehören Vermögensdelikte, Internet-, Gewalt-, Straßenkriminalität sowie Drogen, Menschenhandel und Internetkriminalität. Im Einzelnen:

Internetkriminalität: Hier stiegen die Fälle um 10,6 Prozent auf 24 292. Spitzenreiter sind dabei Beleidigungen (23,4 Prozent), doch auch die Kinderpornografie nimmt spürbar zu (13,9 Prozent, 491 Fälle). Hermann: „Eines der abscheulichsten Delikte, denn hinter jedem kinderpornografischen Bild steckt ein sexueller Missbrauch.“ Um eine Ahnung von der Dimension zu vermitteln: Die Netzwerkfahndung, die im Web nach solchen strafbaren Handlungen sucht, bearbeitete im Jahr 2013 über 1,8 Millionen Dateien. Der Innenminister forderte in diesem Zusammenhang den Bund auf, nun rasch eine EU-Richtlinie umzusetzen, wonach Erwerb und Besitz von Kinderpornografie auch dann strafbar seien, wenn die Darstellung von Geschlechtsorganen primär sexuellen Zwecken diene. „Damit wären auch einfache Nacktfotos zu sexuellen Zwecken erfasst.“

Morde und Mordversuche: Hier gab es ein Plus von 15 Prozent auf 118 Fälle. Bei Totschlagsdelikten (versucht und vollendet) waren dies gar 30 Prozent (265 Fälle). Dies erklärte sich Herrmann so, dass nach Einschätzung der Gerichte solche Gewalttaten öfter als solche Verbrechen eingestuft werden. Dafür spreche, dass gefährliche Körperverletzungen rückläufig sind – wie auch Delikte der Straßenkriminalität. Herrmann: „Mit 112 441 Fällen hatten wir sieben Prozent weniger Raubüberfälle, Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen auf unseren öffentlichen Straßen.“

Massiv gestiegen sind Delikte nach dem Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz: um 36 Prozent. Die Fälle der illegalen Einreise sprangen um 40,4 Prozent nach oben. Angesichts der Krisenherde wie in Syrien aber auch kein Wunder …

Herrmann freute sich wegen der Aufklärungsquote von 64,1 Prozent, ein Anstieg um 0,9 Punkte. Der Bundesdurchschnitt liege nur bei rund der Hälfte. Die gute Zahl spiegle das hohe Engagement der Bayerischen Polizei wider.

mc

 

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