Bitte nichts riskieren!

BRK warnt vor dünnem Eis auf Seen und erklärt die Regeln

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Ist die Eisdecke dick genug? Das BRK erklärt worauf man achten muss.

Berchtesgaden - Während es tagsüber noch milde Temperaturen hat, fangen die Seen in Bayern nachts inzwischen an zu frieren. Das BRK appelliert dennoch an die Ausflügler nicht zu leichtsinnig zu werden. 

Derzeit frieren trotz der tagsüber milden Temperaturen in Bayern langsam aber sicher die ersten heimischen Gewässer zu, vor allem in Schattenlagen wie zum Beispiel am Hintersee oder am Frillensee im Berchtesgadener Land. 

Eine gefährliche Situation, denn niemand weiß, wie dick das Eis wirklich ist. "Tragfähige Eisflächen ab einer Eisstärke von zwölf Zentimetern sind auch an Silvester noch nicht zu erwarten! Bei den aktuell niedrigen Wassertemperaturen verliert ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken", warnt Kreis-Wasserwacht-Chef Rudolf Schierghofer deshalb.

Selbst kann man die Eisdicke nicht testen

"Von außen, also ohne Bohrung kann man die Eisdicke nicht bestimmen", erklärt der Technische Leiter der BRK-Wasserwacht im Landkreis, Siegfried Hauber. Die Retter warnen daher ausdrücklich vor den Risiken und appellieren an die Eigenverantwortung der Menschen: Die Eisschicht muss mindestens zwölf Zentimeter dick sein, um eine Einzelperson sicher zu tragen.

Weil die Stärke der Eisdecke aufgrund von Strömung und wechselndem Wasserstand variieren kann, sollte man sich im Zweifelsfall gegen Aktivitäten auf zugefrorenen Gewässern entscheiden. Vor allem Kinder müssen über die Gefahren des Eises aufgeklärt und zum richtigen Verhalten angeleitet werden. Erst wenn es über einen längeren Zeitraum richtig kalt bleibt, bildet sich eine dicke Schicht, die auch mehrere Menschen trägt.

Fließgewässer und offene Stellen beachten

Wegen der aktuellen Gefahr erinnert die BRK-Wasserwacht an die wichtigsten Verhaltensregeln an winterlichen Gewässern: Zugefrorene Fließgewässer sollten grundsätzlich nicht betreten werden, da man die strömungsbedingt schwankende Tragfähigkeit nie sicher einschätzen kann. Eisdecken, die an offenes Wasser grenzen, sind für winterliche Aktivitäten fast immer zu dünn – es besteht akute Einbruchgefahr. Die Wasserwacht mahnt, Hinweisschilder, die vor diesbezüglichen Gefahren warnen, auch wirklich ernst zu nehmen.

Was ist im Ernstfall zu tun?

Mitarbeiter des BRK üben eine Rettung.

Sollte man selbst ins Eis einbrechen, so empfiehlt die BRK-Wasserwacht, Panik zu vermeiden. Man sollte um Hilfe rufen, sich nicht entkleiden, und sich so wenig wie möglich bewegen, um nicht auszukühlen. Indem sich der Eingebrochene vorsichtig in Bauch- oder Rückenlage flach auf die Eisfläche schiebt, kann er langsam zum Ufer kriechen. Sollte die Eisfläche dafür zu dünn sein, muss das Eis behutsam abgebrochen werden, bis das Ufer erreicht wird. Unter allen Umständen sollte man aber vermeiden, unter die Eisdecke zu geraten. Wichtig ist außerdem, dass sofort Hilfe alarmiert wird: Durch die starke Unterkühlung wird die Beweglichkeit des Betroffenen eingeschränkt. Es droht der Tod durch Erfrieren und Ertrinken. Ersthelfer sollten dem Betroffenen Mut zusprechen und ihn zum Durchhalten animieren.

Unter der vorwahlfreien Notrufnummer 112 können Wasserwacht, Rettungsdienst und Notarzt angefordert werden. "Der Anrufer sollte bewusst darauf hinweisen, dass es sich um einen Eisunfall handelt und alle W-Fragen beantworten: Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Arten von Verletzungen? Am Ende des Gesprächs sollte er auf jeden Fall auf Rückfragen warten und nicht auflegen", erklärt Siegfried Hauber.

Dem Opfer nicht die helfende Hand reichen

Zur Rettung Eingebrochener können Eisleitern und Rettungsstangen, aber auch Bretter, Bänke, Äste, Kleidungsstücke oder schwimmfähige Seile genutzt werden; ein panischer Patient darf immer nur mit Hilfsmitteln aus dem Wasser gezogen werden, damit die Retter nicht selbst in Gefahr geraten. Ein Retter sollte sich niemals stehend der Einbruchstelle nähern und sollte sich immer durch einen zweiten Helfer mit einer Leine oder notfalls mit den Händen absichern lassen.

Was ist nach der Rettung zu beachten?

Nach der Rettung aus dem Wasser muss der Patient sofort in einen mäßig beheizten Raum gebracht werden, wo man die nasse Kleidung entfernt und mit trockenen Decken einer weiteren Auskühlung entgegen wirkt. Die zusätzliche Gabe von heißen Getränken führt dazu, dass der Unterkühlte von innen angewärmt wird. Alkohol sollte nicht beigemischt werden, da er das Gegenteil bewirkt. Patienten nach einem Eisunfall benötigen dringend medizinische Hilfe durch Notarzt und Rettungsdienst und müssen im Anschluss auf der Intensivstation einer Klinik überwacht werden.

"Wenn sich die Bevölkerung an die Eisregeln hält, gibt es wenig zu befürchten."

"Jedes Jahr stellt die Wasserwacht wieder fest, dass viele Wanderer leichtsinnig ihr Leben aufs Spiel setzen und auch an den Rand des Eises wandern oder fahren, wo die Schicht besonders dünn ist. Oft auch werden Kinder in Schlitten gezogen oder Hunde mit diversen Spielchen an den Rand geschickt, um die Tragfähigkeit zu überprüfen", berichtet Planegger.

lvp

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