Politiker sind empört

Eklat um diese Nazi-Aufkleber in Polizeiauto

In einem der Einsatzfahrzeuge fotografierte ein Passant die Kiste mit den rechtsextremen Aufklebern.

Bamberg - Wie kamen die Sticker in das Polizeiauto? Ein Passant hat Aufkleber auf einer Holzkiste in einem USK-Wagen fotografiert, die nach Aufklärung verlangen.

Das Relegationsspiel am Sonntag zwischen Greuther Fürth und dem HSV zieht weitreichende Folgen nach sich. Denn in einem Einsatzfahrzeug des Unterstützungskommandos (USK) aus Bamberg gelang einem Passanten ein Foto, das nach Aufklärung verlangt: Auf einer Holzkiste, in dem Funkgeräte lagen, prangten Aufkleber, wie sie die Neonazi-Szene verwendet: Sticker mit Sprüchen wie „Good night, left side“ („Gute Nacht, linke Szene“) oder „Kein Sex mit Zecken“, wobei mit Zecken Anhänger der linken Szene gemeint sind. Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt derzeit, sie muss erst einmal prüfen, ob die Aufkleber strafrechtliche Ermittlungen rechtfertigen. Politiker verlangen gleichzeitig umgehende Aufklärung.

Der Sprecher der Bamberger Bereitschaftspolizei, Helmut Wolf, berichtete gegenüber der tz von einer großen Betroffenheit im Kollegenkreis. Die Einsatzkräfte würden in Würzburg vernommen, teilte ein weiterer Sprecher mit. Ermittlungen sollen demnach klären, wie die Aufkleber auf die Kiste mit den Funkgeräten gekommen sind. „Sollten die Verursacher aus den Reihen der Polizei kommen, wäre das ein Verstoß gegen das Neutralitätsgebot“, so Wolf. Dies würde auch disziplinarrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Die Vize-Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, forderte einen Bericht im Innenausschuss des Landtags. „Ich halte das für einen ungeheuerlichen Vorgang.“ Innenminister Joachim Herrmann (CSU) müsse personelle Konsequenzen ziehen. Herrmann selbst betonte im BR, Bayerns Polizisten seien verfassungstreue Demokraten: „Wenn im Einzelfall einer hier Unsinn gemacht haben sollte, dann muss das sorgfältig überprüft werden. Das ist veranlasst.“

Die Neonazi-Aufkleber dürften einem rechtsextremen Online-Shop zuzuordnen sein. Der hat seinen Sitz im oberfränkischen Oberprex.

tz

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