Attacke auf Mitspielerin

Eklat bei Theaterstück: Darstellerin verprügelt Frau mit Schuh

Weilheim - Drama vor und hinter der Bühne: Weil sie eine Mitspielerin mit einem Schuh verprügelt hat, musste sich eine Theater-Darstellerin jetzt vor Gericht verantworten.

Bei der Premiere ging es auf der Bühne noch so lustig zu, „dass selbst die Schauspieler lachen mussten“, schrieb der Rezensent. Doch eine Woche später war die Stimmung in der Theatergruppe des Trachtenvereins Markt Peißenberg gekippt. Vor allem eine Frau, die eine freundliche Wetterhexe mimte, störte sich am Auftreten der anderen Laiendarsteller. Die 23-Jährige, von der Muse zu Höherem berufen, kritisierte, nörgelte und am Ende schlug sie zu. Das brachte Anna H. (Name geändert) vors Amtsgericht Weilheim wegen Körperverletzung.

Das Drama fing an nach der dritten Aufführung des Stücks. Anna H. rieb dabei den anderen Textunsicherheiten unter die Nase und kündigte an: „Morgen komme ich nicht!“ Eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung war sie tatsächlich nicht da – Ersatz musste her, den Part übernahm nach Abstimmung im Ensemble die 19-jährige Souffleuse. Sie sollte nur den Text sprechen. Die junge Frau willigte ein. „Aber eigentlich wollte ich gar nicht“, sagte sie als Zeugin vor Gericht. Kaum lief der erste Akt, rannte überraschend die eigentliche Darstellerin – die sich noch schnell umgezogen hatte – durchs Publikum. Sie enterte die Bühne und spielte ihre Rolle. Anschließend tauchte sie wütend in der Garderobe auf, wo sich auch die Souffleuse aufhielt. Ihr schleuderte die 23-Jährige zunächst das Kostüm in die Arme und schlug ihr dann zweimal mit einem Trachtenschuh ins Gesicht.

Wegen dieser Attacke ist die 19-Jährige in ärztlicher Behandlung. Laut Attest hat sie bei den Schlägen einen Dauerschaden erlitten – Taubheitsgefühle in der linken Wange. Dazu kommt Schlaflosigkeit,

Die Angeklagte, die während der Verhandlung kühl wirkte, äußerte sich nicht. Über ihren Anwalt ließ sie nur verlesen, dass sie sich von den Mitspielern gemobbt fühlte, weil sie so hohe Qualitätsansprüche an die Truppe gehabt habe.

Richter Michael Eberle holte das Opfer und die Täterin zu sich, um der Angeklagten eine Entschuldigung zu entlocken. Das gelang, allerdings beendete Anna H. ihren Satz mit einem wenig mitfühlenden „nun hör schon auf zum Weinen“ in Richtung ihres Opfers. Die 19-Jährige hatte nämlich während des Prozesses viele Tränen vergossen. Richter Eberle verurteile Anna H. schließlich zu sechs Monaten auf Bewährung, dazu kommen Geldstrafe und ein Schmerzensgeld.

rwg/mc

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor

Kommentare