"Das können wir auf keinen Fall dulden"

Luxusparty am G7-Landeplatz: Jetzt schaltet sich der Landrat ein

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Elmau - Der Landrat spricht ein Machtwort: Der riesige Schwarzbau auf dem Platz nahe Schloss Elmau ist für ihn ein Unding.

„Muss das denn sein?“ Diese Worte will am Montag ein völlig überrumpelter Landrat Anton Speer an Dietmar Müller-Elmau gerichtet haben. Damit zielt der Chef der Kreisbehörde auf das nicht genehmigte und monströse Partyzelt auf dem künftigen G7-Hubschrauber-Landeplatz bei Schloss Elmau ab. Seine Antwort ist eindeutig: "Das können wir auf keinen Fall dulden."

Inzwischen herrscht gespenstische Ruhe auf der Baustelle, wo tags zuvor noch über hundert Arbeiter das 50 Meter lange, 25 Meter breite und 25 Meter hohe Stahlkonstrukt inmitten traumhafter Natur im Akkordtempo in die Höhe wuchteten. Alles umsonst. Der Schwarzbau ist eingestellt.

Wie der Landrat berichtet, habe er erst am Montagvormittag durch die Gemeinde Krün von den Party-Absichten eines millionenschweren Gastes von Schloss Elmau erfahren. Was in diesem Zusammenhang seltsam ist: Mit dem Zeltaufbau hatte die beauftragte Augsburger Firma bereits vergangene Woche begonnen. Obwohl auffallend viele Sattelschlepper mit entsprechendem Material die schmale Straße hinauf zu dem Landeplatz-Areal tuckerten und dort auch regelmäßig Polizeistreifen patrouillierten, drang offenbar nichts bis Garmisch-Partenkirchen durch. „Man wird immer wieder überrascht“, meint Landrat Speer mit einem Schuss Ironie in der Stimme. 

Etliche – gerade aus Naturschutzkreisen – vermuten, dass der ideenreiche Schlossherr hinter dem Projekt Partyzelt steckt. „Blödsinn“, wehrt sich der 60-Jährige. „Ich habe damit nichts zu tun.“ Und wieder mal macht jene russische Agentur die Runde, die hinter der Geburtstagsfeier stecken soll. Namen werden nicht genannt – Diskretion ist und bleibt in Schloss Elmau oberste Maxime. Auch von dem Augsburger Unternehmen, das im Auftrag der Russen den Stahlpalast realisierte, gibt es bis heute keine Stellungnahme.

Christof Schnürer

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