Chemobehandlungen abgebrochen

Freispruch für Eltern nach Krebstod ihres Kindes

Kempten - Die Eltern eines an Krebs gestorbenen Mädchens sind vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden.

"Es ist völlig unstrittig, dass sie subjektiv das Beste für ihr Kind wollten", sagte der Richter am Amtsgericht Kempten am Mittwoch in seiner Urteilsbegründung.

Die Eltern hatten 2009 nach zwei Chemobehandlungen die medizinische Behandlung ihrer zwölfjährigen Tochter abgebrochen und sich einem „Krebsheiler“ anvertraut. An Heiligabend 2009 starb das Mädchen.

Die Hausärztin der Familie aus dem Oberallgäu sprach am Mittwoch vor Gericht von einem „liebevollen Verhältnis“ zwischen den Eltern und ihrem Kind. Das Mädchen habe sich nicht gerne ärztlich untersuchen und behandeln lassen. „Ich würde sie als ein eher ängstliches Kind bezeichnen“, sagte die Zeugin.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht den Anträgen der Verteidigung. Der Staatsanwalt hatte beantragt, die Eltern wegen fahrlässiger Tötung schuldig zu sprechen, von einer Strafe jedoch abzusehen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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