Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Daneben und geschmacklos

Empörung über Pogrom-Vergleich vom Erzbischof

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Fühlt sich verfolgt und geächtet: Erzbischof Müller

Regensburg - Mit harter Hand hat Gerhard Ludwig Müller das Bistum Regensburg regiert. Seit einem halben Jahr ist er Präfekt der Glaubenskongregation in Rom. Und nun hat der Erzkatholik für mächtig Ärger gesorgt.

Mit harter Hand hat Gerhard Ludwig Müller das Bistum Regensburg regiert. Seit einem halben Jahr ist er Präfekt der Glaubenskongregation in Rom. Und nun hat der Erzkatholik für mächtig Ärger gesorgt: In einem Interview beklagte er, dass Katholiken mittlerweile in Deutschland regelrecht verfolgt werden. Er spüre nach den Missbrauchsskandalen „eine aufkommende Pogromstimmung gegen die katholische Kirche“, so Müller. Da helfe nur eine „Erneuerung der Volksfrömmigkeit“. Vokabular, das bei vielen für Empörung sorgt.

Missbrauchsfälle, die Ablehnung von Vergewaltigungsopfern als Patientinnen in katholischen Kliniken – werden katholische Geistliche in unserem Land nun wirklich angepöbelt und beleidigt, wie es Müller behauptet? Der Münchner Pfarrer Rainer Schießler kann darüber nur den Kopf schütteln: „Diese Äußerungen sind unangebracht! Mich als Katholik hat noch niemand diskriminiert. Ich kann das ganze Gejammer nicht verstehen. Natürlich gibt es wegen der Skandale zurecht Misstrauen gegenüber der Kirche. Daran müssen wir arbeiten, da müssen wir Vertrauen zurückgewinnen. Und dieser Begriff der Pogromstimmung – der geht schon gar nicht!“

So wie Schießler sieht auch Alois Glück die Bemerkungen des Präfekten der Glaubenskongregation. „Wir müssen uns in der Kirche damit auseinandersetzen, warum wir mit der christlichen Botschaft immer weniger Menschen erreichen. Das kann nicht nur an den Menschen liegen“ , sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Mehrere Politiker interpretierten Müllers Wortwahl als Vergleich mit der Judenverfolgung unter den Nazis. „Vergleiche mit dem Holocaust sind geschmacklos, wenn es um unterschiedliche Auffassungen in unserer Gesellschaft zu aktuellen Fragen wie auch der Rolle der Ehe, Familie und eingetragenen Lebenspartnerschaften geht“, sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, schimpfte, Kritik an der Kirche mit dem Holocaust zu vergleichen, sei „einfach daneben“. „Die Verwendung des Wortes ‚Pogromstimmung‘ sollte er mit dem Ausdruck des Bedauerns schleunigst zurücknehmen.“ Und Müller? Der schweigt nun.

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