Verschollener (87) überraschend aufgetaucht

Mysteriöser Fall um Millionär: Neue Wende

War genau 17 Monate verschwunden: Georg Luxi (l.). Rechts: die gesuchte Lebensgefährtin Maria Schmidt

Deggendorf - Neue Wende in einem der mysteriösesten Vermisstenfälle Bayerns: Der vor eineinhalb Jahren verschollene Millionär Georg Luxi (87) ist überraschend wieder aufgetaucht.

Es ist einer der mysteriösesten Vermisstenfälle Bayerns: Vor eineinhalb Jahren verschwindet der steinreiche Rentner Georg Luxi aus Deggendorf plötzlich spurlos. Der Verdacht: Seine Lebensgefährtin Maria Schmidt hat den Demenzkranken – zusammen mit ihrem Sohn – regelrecht verschleppt, nachdem sie sich dessen Vermögen von dem Kranken übertragen ließ. Sogar in der Fernsehsendung Aktenzeichen XY …ungelöst wird wenig später nach dem Trio gesucht. Ohne Ergebnis! Alles schien darauf hinzudeuten, dass der rätselhafte Fall wohl nie wirklich aufgeklärt wird. Und nun die Wende: Georg Luxi ist wieder aufgetaucht! Er liegt im Krankenhaus von Zwiesel (Bayerischer Wald) und kämpft um sein Leben.

Tatsache ist, dass der 87-Jährige aus einem Krankenhaus im tschechischen Klatovy verlegt worden war – direkt nach Zwiesel. Dies passt zu der These, dass der Millionär sofort nach seinem Verschwinden ins Ausland gebracht wurde – um für die Polizei und auch die Verwandten nicht auffindbar zu sein. „Der Fall Luxi ist einer der merkwürdigsten, die ich je erlebt habe“, so ein Polizeibeamter gegenüber der tz. Der Krimi um den Millionär – die tz erklärt alles rund um das Rätsel:

Das Opfer – der ehrbare Georg Luxi

Der heute 87-Jährige ist aus Deg­gendorf und war dort jahrelang ein angesehener und beliebter Bürger. Er machte sein Vermögen mit einem Obst- und Gemüsehandel, der im benachbarten Plattling ansässig war. Nach der Trennung von seiner Frau zog er wenig später mit seiner neuen Lebensgefährtin zusammen.

Die schwere Krankeit – das Drama beginnt

Die Tragödie um den Geschäftsmann beginnt eigentlich schon im Jahr 2005. Hier zeichnet sich zum ersten Mal ab, dass der Millionär an Demenz erkrankt ist. Die Folge: Der Kontakt zu seinen Töchtern Evelyn Angerer und Gabriele Luxi reißt nach und nach ab. Versteckt die neue Lebensgefährtin Georg? Im Jahre 2009 haben die Töchter genug – lassen die Wohnung des Vaters von der Polizei öffen: Sie finden Papa Luxi in einem verwahrlosten und verwirrten Zustand auf.

Luxi überschreibt sein Vermögen

Wenig später stellt sich heraus: Luxi hat seiner Lebensgefährtin und deren Sohn mittlerweile eine Vollmacht erteilt – vermutlich als er sich schon nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte befunden hat. Fakt ist: Die Zwei nutzen diese, um das Bargeld von gut einer Million Euro sowie mehrere Immobilien auf sich zu übertragen. Sogar auf sein Wohnrecht hat der Mann angeblich verzichtet! Die Staatsanwaltschaft will reagieren – kann es aber nicht: „Uns sind die Hände gebunden“, so Oberstaatsanwältin Kunigunde Schwaiberger.

Der Millionär verschwindet spurlos

Die Kinder des isolierten Kranken geben nicht auf. Sie setzen einen Anwalt ein – und dann passiert es: Im Januar 2012 ist Georg Luxi – zuammen mit Maria Schmidt und deren Sohn – wie vom Erdboden verschluckt.

Die Jagd beginnt

Sofort schaltet sich die Polizei ein. Die Wohnung wird durchsucht: „Zwar wurden dabei Unterlagen sichergestellt, die für das weitere Verfahren von Bedeutung sind, ein Hinweis auf den Aufenthaltsort ergab sich aber nicht“, so die Beamten. Die Staatsanwaltschaft leitet zudem ein Ermittlungsverfahren wegen Freiheitsberaubung und des Verdachts auf Untreue ein. Die Beschuldigten aber bleiben verschwunden – trotz eines Suchaufrufs in Aktenzeichen XY sowie zig Zeitungsberichten. Eineinhalb Jahre lang! Ist es also möglich, einen verwirrten Mensch einfach so verschwinden zu lassen? Ohne Konsequenzen?

Luxi taucht wieder auf

Ende vergangener Woche bekam die Kripo nun den Tipp, dass Georg Luxi im Klinikum Zwiesel liegt. Sein Zustand ist kritisch: Er hat wohl einen oder mehrere Schlaganfälle erlitten. „Er ist nicht vernehmungsfähig!“, so die Polizei zur tz. Und die gesuchte Lebensgefährtin? Sie war wohl kurz im Krankenhaus, ist aber wieder untergetaucht. Für den Anwalt der Töchter ist klar: „So einen dreisten Fall von Erbschleicherei habe ich noch nie erlebt!“

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