Probleme im Landkreis Schongau

Seit einer Woche gibt's in Böbing keine Post mehr

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Endlich: Nach fast einer Woche Wartezeit kann Michaela Speer von der Böbinger Firma Mayr die Post entgegennehmen. Angesammelt haben sich um die 75 Briefe.

Böbing - Jeder schnieft, hustet und schneuzt. Auch die Postboten. Von denen sind gerade so viele krank, dass in einigen Teilen Böbings fast eine Woche lang keine Post mehr ausgetragen wurde.

Es ist zum verrücktwerden. Tag für Tag wartet Sekretärin Michaela Speer auf den Postboten. Ja - sie sehnt ihn sogar herbei. Seit vergangenem Samstag schon. Tagelang war es hoffnungslos. Er kam nicht. Und ohne Postboten gab’s natürlich auch keine Briefe. Umso schlimmer: Keine Aufträge. „Dabei warten wir auf wichtige Unterlagen für Bauvorhaben“, erklärt die junge Mitarbeiterin der Metallverarbeitungsfirma Mayr in Böbing.

Dann hatte das Warten ein Ende. Am Donnerstag spazierte der Briefträger mit seiner Postbox unter dem Arm auf ihren Schreibtisch zu - nach fast einer Woche. Dementsprechend viele Briefe und Päckchen musste die Firmenmitarbeiterin entgegennehmen. „Über 75 Sendungen waren es“, erzählt sie. Eben alles, was sich seit vergangenem Samstag in der großen gelben Kiste im Postlager angesammelt hat. Alles, was keinen Austräger gefunden hat.

In dem Bereich hat die Deutsche Post gerade große Schwierigkeiten. „Wir haben derzeit einen deutlich erhöhten Krankenstand“, bestätigt Sprecher Klaus-Dieter Nawrath. Es hätten sich nicht nur zahlreiche Austräger krankgemeldet, sondern auch deren Vertreter. Genau das hat Michaela Speer vermutet. Einer Nachbarfirma im Industriegebiet Böbing/Pischlach sei Dank.

Dieser Betrieb war ebenso betroffen. Auch dort blieben die Briefkästen tagelang leer. Untereinander haben sich die Angestellten der Firmen abgesprochen, sich telefonisch auf dem neuesten Stand gehalten. Dann sickerte eine Information durch: Zu viele Postboten sind momentan krank. Deshalb muss eine der zwei Posttouren durch Böbing weggelassen werden. Offiziell wissen die Firmen davon allerdings nichts.

E-Mails an die Deutsche Post und Anrufe bei einer Service-Hotline halfen nicht weiter. „Wir kümmern uns darum, das kann aber einige Tage dauern“, bekam Speer als Antwort. Einige Tage konnten und wollten die Firmen nicht mehr warten. Ohnehin dauerte es trotzdem beinahe eine Woche, bis sich für die Post wieder ein Bote fand. Bleibt nur zu hoffen, dass der gesund bleibt.

„Viel Hände waschen“, kann ihm Dr. Karl Breu, Leiter des Schongauer Gesundheitsamtes, dazu raten. „Das ist die einzige Möglichkeit, wie man gerade vorbeugen kann.“ Und das sollte man auch tun - auch, wenn sich die Influenzafälle im Landkreis noch im Rahmen halten. „Dafür gibt es umso mehr Erkältungskranke“, weiß der Arzt Bescheid. Nicht nur bei der Post. Auch so. Die Wartezimmer der Hausärzte sind überfüllt, Notfall-Termine gibt’s erst irgendwann im Laufe des Tages. „Viele haben gerade Husten, Schnupfen und Halsweh“, erklärt Dr. Breu weiter. Solche Krankheitshöhepunkte gibt es aber beinahe in jedem Jahr. Dass dann auch keine Post mehr ausgetragen wird, ist hingegen eher selten. Das versichert Nawrath.

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