Auto fliegt gegen Baum

Verbotenes Rennen: Autoschrauber verletzt

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Ehrwald/Eschenlohe - Mit schweren Verletzungen endete ein illegales Autorennen bei Ehrwald für einen 20-Jährigen aus Eschenlohe. Er war mit zwei Spezln um die Wette gefahren.

Donnerstagnacht auf der kurvigen Ehrwalder Straße in Tirol. Drei getunte Autos jagen sich in Richtung Garmisch-Partenkirchen, der Heimat der Raser. Die jungen Burschen aus dem Oberland, alle 20 Jahre alt, teilen dieselbe Passion: Rennsemmeln, PS-Protze, Boliden. Ludwig G. (Name geändert) besitzt einen Mitsubishi EVO 8. Der orange Flitzer mit dem schwarzen Dach, angeblich sind unter seiner Haube 400 Pferde zu Gange, ist der ganze Stolz des Handwerkers aus Eschenlohe. Doch diesmal verläuft das Wettrennen für Ludwig tragisch.

Er führt das Feld an. Laut Polizei soll er mindestens 150 Stundenkilometer draufgehabt haben, als eine Linkskurve kommt. Was jetzt passiert, wissen die Ermittler noch nicht genau. Doch die Folgen sind schlimm. Der frisierte Mitsubishi gerät von der Straße und rammt mit vollem Tempo einen Baum. Die Spezln vom Ludwig sehen nur noch, wie die Scheinwerfer seines Autos plötzlich verschwinden. Doch trotz des immensen Tempos und der daraus resultierenden Wucht überlebt Ludwig den Aufprall. Er ist schwer verletzt und soll sich einige Wirbelbrüche zugezogen haben. Derzeit liegt er auf der Intensivstation des Klinikums Garmisch-Partenkirchen. Eins ist sicher: Alkohol war bei dem Unfall nicht im Spiel.

Die Ehrwalder Straße, die auf bayerischer Seite in die B23 übergeht, ist anscheinend eine beliebte Strecke für illegale Autorennen. Das berichtet jedenfalls die Polizei Lermoos. Trotz regelmäßiger Kontrollen erwischt die Polizei die Fahrer aber nur sehr selten.

Auch in Garmisch seien die drei Burschen der Polizei für ihr Hobby bekannt. Sie würden auch auf deutscher Seite immer wieder illegale Rennen abhalten. Angeblich hätten die Fahrer auch Umbauten an ihren Boliden vorgenommen, die in den Fahrzeugpapieren nicht eingetragen sind. Nach Informationen der Lermooser Polizei führen sie oft nach Tirol, vorwiegend um zu tanken. Schließlich ist der Sprit – und von dem brauchen die Power-Flitzer so einiges – in Lermoos um rund 20 Cent pro Liter billiger. Das rechnet sich für die Jungs.

Florian Lindner, Kommissar in Garmisch, spricht gegenüber dem Garmisch-Parenkirchner Tagblatt von einem ernsten Problem. Erst vor zwei Wochen sollen sich mehrere Teilnehmer ein Rennen im Ort geliefert haben. Die Polizei wurde verständigt. Ein 22-Jähriger flüchtete mit seinem VW Golf, verlor aber die Kontrolle über seinen getunten Wagen und schleuderte gegen einen Randstein.

Die Raser aus Ehrwald gehörten zu einer Clique von fünf, sechs Gleichaltrigen. Doch immer wieder wechseln die Besetzungen: „Weil Fahrer älter würden oder ihnen der Führerschein genommen wird“, erzählt Lindner. Nun hoffen die Spezln von Ludwig, dass alles gut ausgeht. Wie auch sein Chef, der ihn gestern schon vermisste. „Er ist so ein netter, fleißiger Bursch’.“

mc

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