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Bayerischer Künstler setzt Merkel ein Denkmal: Kanzlerin aus dem 3D-Drucker

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Von: Thomas Eldersch

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Die Reiterstatue von Angela Merkel in Etsdorf entstand in einem 3D-Drucker.
Die Reiterstatue von Angela Merkel in Etsdorf entstand in einem 3D-Drucker. © Daniel Karmann/dpa

In der Oberpfalz steht seit Kurzem ein Denkmal für die scheidende Kanzlerin Angela Merkel. Ob es jedoch eine Würdigung oder Ironie ist, muss der Besucher selbst entscheiden.

Etsdorf - Die Tage von Angela Merkel* sind gezählt. Zumindest als Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. 16 Jahre gab sie mit ihrer ruhigen und besonnen Art den Ton an. Ihre Frisur, ihre Outfits und vor allem ihre Raute sind längst Kult. Da ist es nur logisch, dass solch einer großen Politikerin ein Denkmal gesetzt wird. Ob es allerdings ein so kurios anmutendes sein muss, wie das des oberpfälzischen Künstlers Wilhelm Koch, darüber darf gestritten werden.

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Merkel-Statue in der Oberpfalz: Skulptur wurde aus recyceltem Material hergestellt

2,70 Meter ragt die lebensgroße Skulptur in den Himmel über Etsdorf (Landkreis Amberg-Sulzbach*) in der Oberpfalz. Eine bronzefarbene Plastik aus recyceltem Leichtbeton - komplett im 3D-Druckverfahren hergestellt. Die Idee für die außergewöhnliche Statue hatte der Künstler Wilhelm Koch, seines Zeichens Leiter des Amberger Luftmuseums und des Tempel-Museums in Etsdorf. Schon seit Jahrzehnten verwirklicht er ungewöhnliche Projekte wie beispielsweise ein Luftmuseum mit aus aufgeblasenen Gummischläuchen hergestellten Plastiken.

Sein neuestes Werk zeigt die Kanzlerin hoch zu Ross. „So geerdet, wie Angela Merkel* Politik gestaltet hat, wird sie als Reiterin präsentiert: auf einem Rasenstück mit Blick nach Osten, sattelfest thronend auch ohne Sattel und Zaumzeug, und im sicheren Stand ihres Reittiers, einem American Quarter Horse“, wird der Künstler von der dpa zitiert. Dabei trägt die CDU*-Politikerin einen ihrer zum Markenzeichen gewordenen Hosenanzüge. Ihre Hände sind zur typischen „Merkel-Raute geformt“.

Künstler wirft mit Merkel-Statue eine Frage auf, die der Besucher selbst beantworten muss

Koch hat das Denkmal „als ambivalente Plastik“ kreiert. Er fragt selbst: „Ist es Würdigung oder Ironie?“ Der Künstler betont: „Eine öffentliche Würdigung zu Pferd im Jahr 2021 erscheint den meisten Menschen so absurd wie eine Pferdekutsche bei der Formel 1.“ Außerdem sei ihm klar, dass die Kanzlerin wohl lieber wandere. Vermutlich könne sie gar nicht reiten, so Koch. Wer sich selbst ein Bild der in diesem Fall nicht sattelfesten Chefin der Nation machen will, der muss in das Tempel-Museum nach Etsdorf in der Gemeinde Freudenberg kommen. (tel mit dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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