Zug musste abgeschleppt werden

Riesen Panne bei Euro-City-Express: Astoro bleibt hinter Lindau liegen - 100 Reisende evakuiert

Der Euro-City-Express „Astoro“ wird mit einer Diesellok aus dem Bahnhof Hergatz gezogen.
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Astro: Panne bei Premierenfahrt. Der Euro-City-Express musste abgeschleppt werden.

Panne bei der Premierenfahrt: Der neue Astoro bleibt auf der Strecke von Lindau nach München liegen. Doch der Fehler liegt nicht am Schnellzug selbst.

  • 155 Kilometer lang, etwa 500 Millionen Euro teuer: Zum Fahrplanwechsel nimmt die Bahn die elektrifizierte Strecke München-Lindau in Betrieb.
  • Bei der Premierenfahrt des Euro-City-Express musste der Astoro abgeschleppt werden.
  • Am Schweizer Schnellzug lag es jedoch nicht, sondern am Drumherum.

München – Verpatzte Premiere bei der neuen Euro-City-Express-Verbindung in die Schweiz: Wegen einer falsch gestellten Weiche im Bahnhof Hergatz, Landkreis Lindau, wurde der Astoro der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) beschädigt und musste abgeschleppt werden. Rund 100 Reisende erreichten den Münchner Hauptbahnhof nach mehrmaligem Umsteigen in Regionalzüge mit drei Stunden Verspätung, der Zugverkehr in die Schweiz war gestern bis zum späten Nachmittag unterbrochen.

Verpatzte Premiere: Schnellzug auf der Strecke München-Lindau-Zürich unterwegs - plötzlich bleibt er liegen

Jahrzehntelang ging auf der Strecke in die Schweiz ohne Dieselantrieb nichts. Das sollte sich mit der Elektrifizierung der Strecke München–Memmingen–Lindau mit dem Fahrplanwechsel ändern. Die Fahrgäste des allerersten Zuges, der Zürich gestern um 7.03 Uhr Richtung München verließ, mussten feststellen, dass ohne Elektroantrieb aber auch nichts geht.

Der Schweizer Paradezug – wegen seiner langen Nase auch Pinocchio genannt – blieb wegen der fehlenden elektrischen Oberleitung im Bahnhof Hergatz, 15 Kilometer nordwestlich von Lindau liegen.

Panne beim Euro-City-Express: Fahrdienstleiter schickt Zug auf falsche Strecke

Der Fahrdienstleiter des Bahnhofs war mit dem neuen, seit gestern geltenden Fahrplan noch nicht vertraut und leitete den Schweizer Euro-City routinemäßig wie in den vergangenen zwei Jahren auf die Strecke nach Kempten. Für rund 500 Millionen aufwändig saniert und vor allem elektrifiziert wurde aber nur die eingleisige Strecke über Memmingen.

Als die beiden österreichischen Lokführer die falsch gestellte Weiche erkannten, versuchten sie noch, den Stromabnehmer zu senken. Ein Schaden an diesem wie auch an der Oberleitung war aber dennoch nicht mehr zu verhindern. „Glücklicherweise konnten die Lokführer die SBB-Zugkomposition ausrollen lassen und brachten sie erst im Bahnhof zum Stehen“, sagte ein Bahnsprecher. Dort konnten die Fahrgäste am Bahnsteig aussteigen und mussten nicht auf freier Strecke evakuiert werden.

Neue Euro-City-Express-Verbindung: Oberleitung beschädigt - Strecke nach Lindau beidseitig gesperrt

Wegen der beschädigten Oberleitung wurde die Strecke nach Lindau beidseitig gesperrt, die Euro-Citys aus der Schweiz endeten im neuen Bahnhof Lindau-Reutin, die aus München bereits in Memmingen. Der Turmtriebwagen aus Augsburg wurde angefordert, um den kaputten Stromabnehmer zu entfernen, eine Diesellok kam aus Kempten, um den Zug nach Bregenz, Österreich abzuschleppen.

„Von dort sollte er aus eigener Kraft mit einem anderen Stromabnehmer in die Schweiz zurückkehren können“, sagte der Bahnsprecher weiter. Reibungslos verlief dagegen die erste Fahrt des Astoro in anderer Richtung von München nach Zürich.

Schnellzug Astoro: München Lindau in knapp zwei Stunden

Der Zug fährt künftig mit bis zu 160 km/h (statt wie bisher die beiden Dieselloks mit 140 km/h). Darüber hinaus ermöglicht die neue Neigetechnik deutlich höhere Geschwindigkeiten in den Kurven. Die Fahrzeit München–Lindau verkürzt sich damit um über eine halbe Stunde auf knapp zwei Stunden.

Begleitet wurde die Premierenfahrt von zahlreichen Bahnmitarbeitern, die ihre Arbeit an der neuen Strecke als Lebenswerk bezeichneten. Das Zugpersonal hatte ein großes Schild lackieren lassen, auf dem der Traktionswechsel von Diesel zu elektrisch auf der Allgäubahn festgehalten wurde und posierte damit vor der Zugabfahrt.

Deutsche Bahn: Fahrplanwechsel seit Sonntag - viele Neuerungen bei Bus und Zug

Der von Alstom in Italien als Cisalpino gebaute Astoro-Zug bleibt aber mindestens noch ein weiteres Jahr die einzige elektrische Verbindung. Die Dieselloks und -triebzüge der Deutschen Bahn bestreiten weiterhin den Zugverkehr im Allgäu.

Am Sonntag (13. Dezember) ist Fahrplanwechsel. Es gibt viele Neuerungen bei Bahn und Bus: neue Züge, neue Fahrpreise – und erstmals ist der MVV auf einer Strecke mit Doppeldeckerbussen unterwegs. Ein Überblick. Aufgrund der Corona-Krise sind die Züge der Deutschen Bahn (DB) nur gering ausgelastet, doch zur Weihnachtszeit dürften sie wieder voller werden.

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