Tausende Pendler betroffen

EVG bremst BOB aus: So lief der Streik am Dienstag

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Die Räder standen still: Weil die Eisenbahngewerkschaft EVG Druck auf die Tarifverhandlungen machen wollte, wurde Dienstagfrüh bei der BOB gestreikt.

Holzkirchen - Der Bahnverkehr wurde am Dienstag im südlichen Oberbayern lahmgelegt. Der Grund: ein Warnstreik. Der Verhandlungsführer ist zufrieden.

Ausgerechnet einen der kältesten Tage des Winters hat sich die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für ihren Warnstreik ausgesucht. Am Dienstagfrüh zwischen 2 und 9 Uhr wurden die Züge der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) und des Meridians in Oberbayern bestreikt.

EVG-Funktionär Isidoro Peronace ist zufrieden.

Betroffen waren alle Zugverbindungen von München nach Lenggries, Tegernsee, Bayrischzell, Kufstein und Freilassing. Tausende Pendler mussten auf Züge der Deutschen Bahn, auf Ersatzbusse oder das eigene Auto umsteigen. „Der Streik war ein voller Erfolg“, jubelte EVG-Verhandlungsführer Isidoro Peronace. Rund 110 Kollegen hätten sich beteiligt, nur drei seien zum Dienst erscheinen. Die und drei Mitarbeiter der BOB-Geschäftsführung hätten Züge gefahren, mit denen Schüler nach Holzkirchen gebracht wurden.

Als Grund für den Warnstreik gibt die EVG an, dass man bei den derzeitigen Tarifverhandlungen nicht weiterkomme. Die Gewerkschaft fordert, dass interne Dienstfahrten voll als Arbeitszeit angerechnet werden. Dies sei bei anderen Tochtergesellschaften des BOB-Mutterkonzerns Transdev der Fall.

Im Gespräch mit der tz berichtet der EVG-Funktionär von überwiegend verständnisvollen Bahnkunden. „Ich habe nur zwei aggressive Reaktionen erlebt“, sagt Isidoro Peronace. Der größte Teil habe sich offenbar rechtzeitig aus den Medien informiert.

Die Geschäftsleitung der BOB ist zuversichtlich, dass der Warnstreik am Dienstag eine einmalige Angelegenheit war. „Wir gehen davon aus, dass die Gewerkschaft rasch an den Verhandliungstisch zurückkehrt“, sagte Geschäftsführer Bernd Rosenbusch.

Am Donnertstag werden zuerst noch Sondierungsgespräche geführt, voraussichtlich am kommenden Mittwoch wird dann wieder verhandelt.

Bis dahin, so verspricht Isidoro Peronace, werde es keine weiteren Warnstreiks von Seiten der EVG geben. es sei denn, die BOB könne kein neues Angebot auf den Tisch legen. Aber er ist optimistisch, „dass die Arbeitgeber einlenken“ und somit der erste Streiktag auch gleichzeitig der letzte war.

Die frierenden Pendler werden es dankbar zur Kenntnis nehmen … 

vp

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