Hans Dippold

Ex-Nazi ein Ehrenbürger: Gemeinde rechtfertigt sich

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Die Stele für die Ehrenbürger: Dass darauf ein früherer Nazi gewürdigt wird, ist umstritten.

Pottenstein - Ein ehemaliger NSDAP-Funktionär ist Ehrenbürger einer Stadt in Oberfranken. Er wird auf einer Stele gewürdigt. Nun rechtfertigt sich die Kommune dafür.

Pottenstein in Oberfranken findet nichts Anstößiges dabei, einen ehemaligen NSDAP- und SA-Funktionär auf einer Stele auf dem Friedhof zu würdigen. Hans Dippold war in der Nazi-Zeit und von 1953 bis 1972 Bürgermeister des Städtchens gewesen. Nach Ende seiner Amtszeit wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Ihm und anderen Ehrenbürgern ist die kürzlich errichtete Stele gewidmet.

Die Kommune hat sich nun für die Stele gerechtfertigt. Die Spruchkammer zur Entnazifizierung habe Dippold als „Mitläufer“ eingestuft, teilte der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer (Freie Wähler) mit. 1972 habe ihn der damalige Stadtrat zum Ehrenbürger gemacht. „Solange nichts Gegenteiliges bekannt ist, müssen wir davon ausgehen, dass der Stadtrat im Jahr 1972 die Voraussetzungen gewissenhaft geprüft hat, zumal noch zahlreiche Zeitzeugen, darunter ehemalige Häftlinge des KZ-Außenlagers von Flossenbürg, in Pottenstein lebten“, so Frühbeißer.

Die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde sei nicht einfach so möglich. Es liege keine rechtliche Grundlage vor. Die Stele auf dem Friedhof sei im November errichtet worden, da die Stadt verpflichtet sei, Ehrenbürgern eine „würdige Grabstelle dauerhaft zu unterhalten“.

tz

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