Furchtbare Dramen

Zwei tote Jugendliche auf Waggon - Experte: Darum klettern Burschen immer wieder in den Tod

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16-Jähriger stirbt beim Klettern auf Zugwaggon (Symbolbild)

In Osterhofen (Niederbayern) ist ein 16-Jähriger beim Klettern auf einem Zug getötet worden. Ein Experte erklärt, wie es immer wieder dazu kommt.

Update, 18. April: Osterhofen/Haar: Warum die Jugendlichen in dem speziellen Fall in Osterhofen (siehe ursprünglicher Artikel weiter unten) auf den Waggon kletterten, sei bislang noch nicht geklärt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern gestern. Auch ob die beiden Opfer alkoholisiert waren, war gestern noch unklar.

Bei dem Unfall in Haar in der Nacht zuvor war ebenfalls ein Jugendlicher auf einen Kesselwagen geklettert, nachdem die Gruppe die S-Bahn verpasst hatten. Der 17-Jährige hatte laut Polizeiangaben sogar die Oberleitung berührt – und starb vor den Augen seiner zwei Freunde.

Experte von Bundespolizei: Darum klettern Jugendliche immer wieder in den Tod

Wolfgang Hauner und seine Kollegen von der Bundespolizei München müssen immer wieder wegen solch gefährlicher Aktionen ausrücken. „In der Regel steckt nichts anderes als jugendlicher Leichtsinn dahinter“, sagt Hauner. Wenn sich Langeweile und häufig auch Alkoholkonsum mit Gruppendynamik paaren, „dann kommen manchmal Ideen für eine gefährliche Kraftprobe heraus“. Zwar sei die Bundespolizei zur Prävention an Schulen unterwegs und warne immer wieder vor den Gefahren auf und um die Bahngleise. „Aber manchmal hat man den Eindruck, dass uns da nicht alles geglaubt wird, was wir sagen.“

Zum Beispiel, dass in der Oberleitung eine 65 mal höhere Spannung herrscht, als in der Steckdose zu Hause. „Da muss man nicht mal in die Leitung fassen, der Stromüberschlag kann bis zu 1,5 Meter weit gehen“, warnt Hauner. Gerade wenn die Luft sehr feucht ist, werde der Strom besser übertragen. „Und selbst wenn man die Verbrennungen überlebt, kommen ja noch die inneren Verletzungen und der Sturz vom Waggon dazu.“ Immer wieder gebe es Fälle, wo die Betroffenen nach einem Stromschlag auch nach Wochen im Krankenhaus noch ihr Leben verlieren. Die Polizei warnt deshalb dringend vor leichtsinnigen Abenteuern rund um die Gleise.

Ursprünglicher Artikel vom 17. April:

Osterhofen - Im niederbayerischen Osterhofen ist ein 16-jähriger Teenager beim Herumklettern auf einem Güterwaggon tödlich verletzt worden. Er hatte einen starken Stromschlag erlitten. Wie das Polizeipräsidium Niederbayern in der Nacht auf Mittwoch mitteilte, war er in Begleitung eines 15-jährigen Freundes. Dieser erlitt bei dem Klettermanöver schwerste Verbrennungen und musste mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen werden.

Osterhofen: Jugendlicher klettert auf Waggon und erleidet Stromschlag - tot!

Berichten zufolge hatten insgesamt vier Jugendliche am Dienstagabend auf dem Gelände des Bahnhofs in Osterhofen-Altenmarkt im Landkreis Deggendorf einen Geburtstag gefeiert. Zwei der Jugendlichen, die 15 und 16 Jahre alten Jungen, kletterten dann auf einen Waggon eines abgestellten Güterzugs. Plötzlich bildete sich von der elektrischen Oberleitung mit 15 kVolt Spannung ein Lichtbogen.

Bayern: 16-Jähriger durch Oberleitung tödlich verletzt - Freund in Lebensgefahr

Der 16-Jährige war laut Angaben der Polizei sofort tot. Sein 15-jähriger Freund wurde vom Dach des Kesselwagens geschleudert und erlitt schwere Verbrennungen. Fahrgäste eines Personenzuges, die Zeugen des Unglücks wurden, alarmierten die Rettungskräfte. Der schwerverletzte Jugendliche musste wiederbelebt werden und wurde in eine Spezialklinik in München geflogen. Er schwebte zu diesem Zeitpunkt weiter in Lebensgefahr.

Ein Kriseninterventionsteam der freiwilligen Feuerwehr und ein Notfallseelsorger betreuten die anderen Jugendlichen sowie die verständigten Angehörigen der Opfer.

Oberbayern: Ähnlicher Fall schockierte erst gestern - 17-Jähriger stirbt an Bahnhof

Erst gestern war es im oberbayerischen Haar (Landkreis Ebersberg) zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dort hatte ein 17-Jähriger am S-Bahnhof ebenfalls beim Herumklettern die Oberleitung berührt. Trotz sofortiger Hilfe durch Zeugen, konnte er nicht gerettet werden.

afp/kah

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