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Unfassbar! Busfahrer fährt besoffen (1,46 Promille) Schüler

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Peiting - Seine Fahne verriet einen Schulbusfahrer bei einer Routinekontrolle der Polizei. Mit 1,46 Promille brachte der 46-Jährige Schüler von Peiting nach Birkland.

Bei den Grundschülern der Friedrich-Lentner Schule Peiting, alle um die acht oder neun Jahre alt, herrschte erst einmal große Aufregung. Auf der Heimfahrt vom Unterricht in Peiting Richtung Birkland war der Fahrer im Ortsteil Herzogsägmühle in eine Routinekontrolle geraten und dann nach Berichten der Kinder im Polizeiwagen abtransportiert worden. Der Grund: Die Beamten hatten leichten Alkoholgeruch festgestellt und einen Alkotest veranlasst mit dem Ergebnis: 1,46 Promille.

„Der Fahrer zeigte keinerlei Ausfallerscheinungen“, berichtet Schongaus Polizeidienststellenleiter Rudolf Fischer, eigentlich sei man jedoch ab 1,1 Promille bereits absolut fahruntüchtig. Ein zweiter Alkotest, der auch vor Gericht Bestand hat, bestätigte den Wert, der Peißenberger musste sich einer Blutentnahme unterziehen und sofort den Führerschein abgeben.

Das Busunternehmen, das von der Polizei noch an Ort und Stelle informiert worden war, reagierte rasch: Binnen weniger Minuten war ein Busfahrer mit einem Ersatzfahrzeug nach Herzogsägmühle unterwegs und brachte die Grundschüler sicher nach Birkland.

Mittlerweile hatte sich eine Mutter im Ort schon bei der Schule nach dem Verbleib des Busses erkundigt. „Ich bin sehr beunruhigt wegen des Vorfalls“, berichtet eine weitere Mutter, deren Kind die 2. Klasse besucht und schließlich mit 20 Minuten Verspätung zu Hause eintraf – wohlbehalten. Die Eltern vermuten allerdings, dass der Busfahrer nicht in eine „Routinekontrolle“ geraten sei, wie es im Polizeibericht heißt, sondern ganz gezielt kontrolliert worden ist.

Ähnlich bestürzt wie die Eltern reagierte der Besitzer des Busunternehmens aus dem Landkreis Weilheim-Schongau: Der Fahrer sei erst vor zwei oder drei Monaten eingestellt worden und bisher absolut pünktlich und zuverlässig gewesen. „Der war bis jetzt überhaupt nicht auffällig, sonst hätten wir gleich einen Riegel vorgeschoben“, so der Unternehmer. Der Firmenchef distanziert sich deutlich von dem Vorfall, so etwas sei bisher noch nie vorgekommen. Weil es sich um eine Straftat handelt, wird gegen den 46-Jährigen Buslenker ein Verfahren eingeleitet.

Der Peißenberger darf wohl ein Jahr nicht mehr hinters Steuer, bekommt sechs Punkte im Flensburger Strafregister und muss eine Geldstrafe von etwa einem Monatslohn bezahlen (30 Tagessätze). Außerdem wird er wohl wenig Chancen haben, noch einmal eine Personenbeförderungserlaubnis zu bekommen (Kasten).

Dies meint auch der Busunternehmer: Entscheiden müsse dies zwar ein Psychologe, „aber er wird sich richtig schwer tun. Charakterlich ist so jemand ohnehin nicht geeignet, da muss man nichts beschönigen.“

Elke Robert

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