Ihm reicht's endgültig

Unglaublicher Vorfall: Student zeigt BOB an

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Geplagte Pendler, einer hat jetzt genug: Ein Fahrgast hat die BOB angezeigt.

Schliersee - Ein unglaublicher Vorfall soll sich in einem Triebwagen der BOB ereignet haben: Kinder, die in Rauch und Dieselgestank sitzen, ohne dass die Zugbegleiter etwas unternehmen. Ein Fahrgast hat Anzeige erstattet.

Ein 25-Jähriger aus Schliersee hat deshalb Anzeige gegen die Bayerische Oberlandbahn (BOB) gestellt. Der Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Angefangen hat für den 25-jährigen Studenten alles ganz normal. Die BOB, die um kurz nach 16 Uhr am Dienstag in Schliersee sein sollte, hatte „die üblichen zehn Minuten Verspätung“, wie der junge Mann berichtet. Doch ab Holzkirchen bemerkte er einen unangenehmen Geruch, der immer stärker wurde. „Es war ein richtig beißender Dieselgestank. Im hinteren Teil bei den Toiletten war’s dann schon bissl neblig“, berichtet er. „Genau dort saß eine ganze Schulklasse mit kleinen Kindern.“ Gemeinsam mit anderen Fahrgästen informierte er die beiden Zugbegleiter und klopfte an die Tür des Schaffners. „Die haben sich aber nicht wirklich ausgekannt“, sagt er. „Ich glaub’, die waren überfordert."

Erst in Solln hielt die BOB dann außerplanmäßig – die Fahrgäste wurden aufgefordert, in einen anderen Triebwagen umzusteigen. „Aber da sind wir schon 20 Minuten gefahren“, sagt der Schlierseer. „Da hätte ein Sanitäter warten müssen, der die Kinder untersucht“, sagt der Mann, der in München Medizin studiert. Da in dem anderen Wagen auch Dieselgeruch wahrnehmbar war, stieg der Schlierseer sicherheitshalber am Harras aus, „bevor der Zug irgendwo auf freier Strecke stehen bleibt“.

Schon da war ihm übel und leicht schwindlig , später kam ein Kratzen im Hals dazu. „Wie muss es da erst den Kindern gehen?“, fragt sich der angehende Mediziner. An seinem Arbeitsplatz, dem Klinikum Dritter Orden in Nymphenburg, ließ er sich auf eine Vergiftung untersuchen. Das Ergebnis war negativ, die Beschwerben blieben jedoch die ganze Nacht. So entschloss er sich am nächsten Tag zur Anzeige. „Das ist eine Unverschämtheit, und es ist grob fahrlässig“, sagt er.

Polizeiinspektionsleiter Wolfgang Schindler bestätigt die Aussage des Mannes. „Es ist richtig, dass wir die Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen haben.“ Da für Bahn-Angelegenheiten die Bundespolizei zuständig ist, wurde das Verfahren dorthin weitergeleitet.

Der Oberlandbahn war bisher nichts von einer Anzeige bekannt. „Es ist nichts eingegangen“, sagte Sprecherin Gabriela Wischeropp. „Wir haben nur den Hinweis bekommen, dass mit dem Zug etwas sein soll.“ Dieser wurde daraufhin aus dem Verkehr gezogen und befindet sich derzeit in der Werkstatt in Lenggries. „Wir müssen das Ergebnis der Untersuchung abwarten“, sagt Wischeropp. Erst dann könne das Unternehmen eine genauere Aussage treffen.

Die BOB kommt somit nicht aus den Negativ-Schlagzeilen. Es ist noch gar nicht so lange her, da mussten Fahrgäste in Hausham zu Fuß nach Hause laufen. Der Zug war kurz vor dem Bahnhof liegengeblieben.

Julia Pawlovsky

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