Erbschaftsstreit um Millionär nimmt kein Ende

Fall Luxi: Ermittlungen gegen die Töchter

War genau 17 Monate verschwunden: Georg Luxi (l.). Rechts: die gesuchte Lebensgefährtin Maria Schmidt

Deggendorf - Gibt es eine Wende im Fall Georg Luxi (87), der vor wenigen Tagen in Zwiesel (Kreis Regen) plötzlich im Krankenhaus aufgetaucht war (tz berichtete)?

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf bestätigte am Freitag jedenfalls, dass gegen die zwei Töchter des sogenannten „verschollenen Millionärs“ Ermittlungs- bzw. Vorermittlungsverfahren laufen – und zwar seit Januar und Februar. Anzeigeerstatter war in beiden Fällen Georg S., der gesetzliche Betreuer des 87-jährigen Luxi. Dem Anzeigenerstatter und dessen Mutter Maria wird wiederum selbst Unterschlagung und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Die Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen die Töchter betreffen Beihilfe zur Unterschlagung bzw. Verdacht des Betrugs. Dazu Kunigunde Schwaiberger, die Leitende Oberstaatsanwältin in Deggendorf: „Die Verfahren laufen und sind noch nicht abgeschlossen.“ Wobei der Vorwurf des Betrugs, der sich gegen eine der Töchter richtet, erst den Status eines Vorermittlungsverfahrens erreicht habe, was heißt: der Vorwurf wird noch geprüft.

Erstmals stellt gleichzeitig der beschuldigte Sohn der Lebensgefährin, Georg S., seine Sicht der Dinge dar: „Georg Luxi wurde von uns nie entführt. Er wollte im Gegenteil aus freien Stücken weg.“ Der Grund: Luxi soll Angst gehabt haben, dass ihn eine seiner Töchter in die Psychiatrie bringt, und zwar ins Bezirkskrankenhaus Mainkofen.

Es existieren handgeschriebene Briefe, die ein tiefes Zerwürfnis zwischen Vater und dieser Tochter belegen sollen. Der Sohn der Lebensgefährtin, Georg S., zitiert aus einem der Briefe, datiert auf den 14. November 2011: „Der Ärger mit meinen Kindern regt mich immer mehr auf. Ich will jetzt endgültig abhauen, meine Maria (Anm. der Red.: die Lebensgefährtin) nehme ich natürlich mit, weil ich dann nur noch mit deiner Mutter herumreise.“ Georg S. versichert die Echtheit der Briefe: „Das lasse ich von allen Gutachtern auf dieser Welt überprüfen.“

Der Rechtsbeistand der Töchter, Prof. Volker Thieler, spricht wegen der Anzeigen bzw. Ermittlungen gegen die beiden Töchter von „den üblichen Bezichtungen bei Erbstreitigkeiten“. Der Jurist wiederum will in den nächsten Tagen eine Anzeige gegen Georg S. und dessen Mutter wegen unterlassener Hilfeleistung vorbringen. Seinen Informationen zufolge soll ein Arzt am Krankenhaus Zwiesel, in dem Georg Luxi Patient ist, um künstliche Ernährung bei dem Patienten gebeten haben. Dies sei aber von den Betreuern abgelehnt worden.

Georg S. zufolge hat der alte Mann Schlaganfälle erlitten, „dement war Herr Luxi aber nie“. Dies würden sechs Notare, ein Richter, ein Pensionär, eine Nachbarin und weitere Leute bezeugen können.

Was musste Georg Luxi durchmachen?

Markus Christandl

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