Zum zweiten Mal in U-Haft

Fall Baumer: Ex-Verlobter soll junge Frau betäubt haben

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Maria Baumer

Regensburg - Dem Ex-Verlobten von Maria Baumer, die vor zwei Jahren verschwunden war und dann tot aufgefunden wurde, wird vorgeworfen, eine Frau mit einem Medikamentenmix zwei Mal betäubt zu haben. Jetzt sitzt er in U-Haft.

Exakt zwei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden von Maria Baumer (26) aus Muschenried (Kreis Schwandorf) gibt es eine erneute Wende in dem Fall – eine von vielen: Der ehemalige Verlobte der im September 2013 tot aufgefundenen Geoökologin, Christian F. (30), befindet sich seit Montag zum zweiten Mal in U-Haft. Allerdings nicht in Zusammenhang mit dem Fall Baumer, sondern wegen Körperverletzung: Er soll eine mit ihm in einer Beziehung stehende Frau in zwei Fällen betäubt haben. Eine Ermittlungsrichterin sieht Wiederholungsgefahr und ordnete die U-Haft an.

Medikamentenmix! Ermittlungen gegen Christian F. "noch ganz am Anfang"

Christian F. wird beschuldigt, der jungen Frau Barbiturate – sie wirken einschläfernd bis narkotisierend – und Psychopharmaka verabreicht zu haben. „Ein Medikamentenmix“, erklärt dazu der Regensburger Oberstaatsanwalt Dr. Wolfhard Meindl der tz. Was genau, wird derzeit analysiert. „Wir sind hier noch ganz am Anfang.“

Die Frau, die Patientin im Bezirkskrankenhaus Regensburg ist, habe sich auf einer Regensburger Inspektion gemeldet, weil sie sich in den Morgenstunden an nichts habe erinnern können. Liquid Ecstasy, die berüchtigte Vergewaltigungsdroge, wurde zum derzeitigen Stand nicht nachgewiesen. Ermittlungen zu sexuellem Missbrauch würden geführt, doch bislang habe sich in dieser Hinsicht nichts ergeben.

Christian F., der früher Medizin studierte, arbeitet als Krankenpfleger. Hier könnte sich eine Beziehung zu der Frau ergeben haben.

Oberstaatsanwalt: "Keine neuen Erkenntnisse" im Fall Baumer

Auch im Fall Baumer wurde über die Verabreichung von Drogen spekuliert. Beweisen ließ sich dies nicht. Oberstaatsanwalt Dr. Meindl: „Wir haben in diesem Fall nur ein Skelett.“ Er betont zudem: „Der jetzige Haftbefehl hat mit dem Fall Baumer nichts zu tun, es gibt hier keine neuen Erkenntnisse.“ Doch werde natürlich weiterhin in diesem Fall ermittelt.

Der Fall Maria Baumer

  • 25. Mai 2012: An diesem Tag wird Maria Baumer zum letzten Mal gesehen. Die damals 26-jährige Geoökologin feiert mit ihrem Verlobten auf einem Hof nahe Bernhardswald. Nur Kilometer davon entfernt, wo später ihr Leichnam entdeckt wird.
  • 26. Mai 2012: Ihr Verlobter Christian F. verlässt in der Früh die Wohnung in Regensburg, in dieser Zeit verschwindet Maria Baumer.
  • 28. November 2012: Der Fall wird in der Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst vorgestellt.
  • Mai 2012: Die Polizei sucht nach angeblichen Sichtungen mit Hunden im Ennepe-Ruhr-Kreis. Baumer soll auf dem Jakobsweg unterwegs sein.
  • Juli 2013: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdelikts.
  • 8. September 2013: In einem Waldstück werden Knochen gefunden – es handelt sich um Maria Baumer.

Dafür zuständig ist die Ermittlungsgruppe Maria. Die sterblichen Überreste der jungen Frau wurden im September 2013 im Kreuther Forst bei Bernhardswald, nordöstlich von Regensburg, von Schwammerlsuchern entdeckt. Vier Tage später wurde ihr Verlobter in Untersuchungshaft genommen. Nach sieben Wochen kam er nach Haftbeschwerde seines Rechtsanwalts Michael Haizmann wieder frei. Aufgrund einer Neubewertung der Ermittlungsergebnisse sei kein dringender Tatverdacht gegeben. Dennoch blieben Ermittler an Christian F. dran. Erst vor Wochen, so meldet die Mittelbayerische Zeitung, soll in dem Haus, in dem der Krankenpfleger wohnt, eine Matratze mitgenommen worden sein.
Der Fall Baumer – es bleibt ein Fall zwischen Spekulationen, falschen Sichtungen und harten Fakten. So soll sich die Frau am Tag ihres Verschwindens telefonisch bei Christian F. gemeldet haben. Oder wurde von Zeugen mit Sicherheit auf dem Jakobsweg erkannt. Zu einem Zeitpunkt, als sie wohl nicht mehr lebte.

mc

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