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Falsche Blutkonserve! Patient in letzter Sekunde gerettet

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550.000 Bluttransfusionen gibt es jährlich in Bayern. © dpa

Rosenheim - Was für ein furchtbarer Fehler: Im Rosenheimer RoMed-Klinikum wurde einem Patienten aus dem Chiemgau nach einer schweren Notoperation eine falsche Blutkonserve verabreicht!

Dass der 56-Jährige überlebte, hat er nur dem Umstand zu verdanken, dass er trotz seines kritischen Gesundheitszustandes noch selbst in letzter Sekunde erkannte, dass die Blutgruppe auf dem Blutbeutel nicht mit seiner eigenen übereinstimmte!

Unfassbar: Der 56-Jährige, der wegen eines Darm-durchbruchs ins Krankenhaus eingeliefert worden war, schlug nach seiner schrecklichen Entdeckung sofort Alarm. Doch die Krankenschwestern sollen nur zögerlich reagiert haben. Erst als ein Arzt, der schließlich an sein Bett kam, um den Blutbeutel zu überprüfen, sinngemäß meinte: „Das stimmt ja tatsächlich“, ging alles ganz schnell.

Der 56-Jährige wurde sofort auf die Intensivstation verlegt und konnte so gerade noch gerettet werden. Wie aktivnews.de berichtet, sollen – obwohl die falsche Bluttransfusion wohl nur kurz gelaufen war – bereits Nieren und Lunge des Patienten stark angegriffen gewesen sein. Doch glücklicherweise griff die Behandlung offenbar sofort.

Mann soll auf dem Weg der Besserung sein

Inzwischen soll sich der Mann, der bei der OP viel Blut verloren hatte, wieder auf dem Weg der Besserung befinden. Allerdings wird es wohl noch ein paar Wochen dauern, bis der Körper das „falsche Blut“ wieder abgebaut hat.

In einer schriftlichen Stellungnahme bestätigte das RoMed-Klinikum die furchtbare Verwechslung. Allerdings sagt die Klinik, das ein Arzt die Transfusion von Beginn an überwacht habe. Nachdem der Patient über Übelkeit und einen Brechreiz geklagt hätte, habe der Arzt die Transfusion sofort gestoppt. Die Situation, so heißt es weiter, sei „bedrohlich, überwachungspflichtig, aber nicht lebensgefährlich“ gewesen.

Immerhin: Die Klinik-Verantwortlichen wollen aufgrund der Horror-Verwechslung den gesamten Ablauf einer Transfusion noch einmal auf den Prüfstand stellen. Am Mittwoch ging man davon aus, dass das Transfusions-drama auf „menschliches Versagen“ zurückzuführen sei. Stellt sich die Frage: Wie konnte es dazu kommen, wenn die ganze Zeit ein Arzt an der Seite des Patienten stand?

Fest steht: Der Fall wird ein Nachspiel haben. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Traunstein am Mittwoch der tz auf Anfrage bestätigte, wurden inzwischen Ermittlungen eingeleitet. Die Klinik hielt ein Einschalten der Justiz bislang nicht für nötig. Sie informierte lediglich ihre Haftpflichtversicherung.

WDP

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