Falsche Fünfziger im Umlauf

Polizei nimmt Verdächtige vor Bordell fest

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Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach einem der mutmaßlichen Täter, die das Falschgeld in Umlauf gebracht haben.

Landkreis Garmisch-Partenkirchen - Den letzten Schein bekam ein Bordell, dann klickten die Handschellen. Die Polizei hat am Samstag zwei Männer festgenommen: Sie sollen im Landkreis dutzende gefälschte 50-Euro-Noten in Umlauf gebracht haben.

Die Verunsicherung war vielfach groß. Handelt es sich nun um einen echten 50-Euro-Schein? Oder erneut um eine Fälschung? Geschäftsleute prüften deswegen Banknoten mit speziellen Stiften und Geräten, viele Bürger kontrollierten die Sicherheitsmerkmale ihrer Fünfziger in den Geldbörsen. Das Falschgeld, das zuletzt im Raum Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen und Murnau aufgetaucht ist, sorgte für einige Aufregung. Doch der Spuk könnte ein Ende haben: Die Polizei hat in Kempten zwei Männer festgenommen. Sie stehen im Verdacht, auch die gefälschten Scheine im Kreis Garmisch-Partenkirchen in Umlauf gebracht zu haben.

Insgesamt 17 „Blüten“ liegen den Ermittlern der Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen vor. Rund 35 sollen es zuletzt in Oberstdorf, Immenstadt und Sonthofen gewesen sein. Weitere Fälschungen hatten der 42- und der 51-Jährige bei der Festnahme in den Taschen. Dabei soll es sich um Scheine mit der gleichen Seriennummer handeln, wie sie im Oberland aus dem Verkehr gezogen wurden. „Bei den Fälschungsmerkmalen besteht eine sehr große Ähnlichkeit“, sagt Frank Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf Anfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts / Murnauer Tagblatts. „Unser Sachbearbeiter hat bereits Kontakt mit seinen Kollegen in Kempten aufgenommen.“ In den kommenden Tagen erhoffe sich die Kripo Klarheit.

Ende vergangener Woche hatte eines von elf Opfern eine erste Beschreibung eines Verdächtigen abgegeben. Den entscheidenden Hinweis erhielt die Polizei dann am Samstag kurz nach 2 Uhr von einem Mitarbeiter einer Gaststätte in Kempten. Dort hatten zwei Männer ihre Zeche mit falschen Fünfzigern bezahlt. Die Polizei leitete eine Fahndung ein.

So erkennen Sie Falschgeld!

Die wichtigsten Sicherheitsmerkmale, die selbst geprüft werden können.

Gegen 3 Uhr entdeckten Beamte in der Nähe eines Bordells einen 42-Jährigen, auf den diese Beschreibung zutraf. „Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann in seinem Geldbeutel mehrere Falschgeldnoten hatte“, schildert ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West.

Doch von dem zweiten mutmaßlichen Täter fehlte jede Spur. Also beobachteten die Fahnder jenes Bordell. „Tatsächlich kam 15 Minuten später ein 51-jähriger Mann aus diesem Etablissement.“ Eine Nachfrage ergab rasch: Auch die „dort erhaltenen Leistungen“ hatte der Beschuldigte mit Falschgeld beglichen.

Der Haftrichter erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl, die weiteren Ermittlungen führt nun das Bayerische Landeskriminalamt. Für „Geldfälschung“ droht den Verdächtigen eine Freiheitsstrafe von „nicht unter einem Jahr“, schildert Konrad. Die beiden sollen bereits wegen anderer Delikte den Behörden bekannt sein.

Für die Opfer im Kreis Garmisch-Partenkirchen – vor allem Cafés, Bäckereien und Konditoreien – kommt diese Festnahme aber zu spät: Sie bleiben auf ihrem Schaden sitzen.

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