Selbes Missgeschick wie in Dortmund

Falsches Datum auf Gedenkstelen für NSU-Opfer

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Ein Archivbild: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und die türkische Generalkonsulin Ece Öztürk-Cil am Mahnmal für die Opfer der NSU in Nürnberg.

Nürnberg/München - Mit einem Mahnmal will Nürnberg an die NSU-Opfer erinnern - und lässt falsche Todesdaten eingravieren. In Dortmund ist das selbe Missgeschick passiert.

Peinlicher Fehler: Die Städte Nürnberg und Dortmund haben auf ihre Mahnmale zum Gedenken an die NSU-Opfer falsche Todestage eingravieren lassen. Auf beiden Gedenkstelen steht der 5. Juni 2005 als Todesdatum des Restaurantbesitzers Ismail Yasar - er wurde von den Neonazis am 9. Juni 2005 in Nürnberg ermordet. „Das ist ein bedauerlicher Fehler, der sich eingeschlichen hat“, sagte die Leiterin des Nürnberger Bürgermeisteramts, Christine Schüßler, am Mittwoch. Das Datum werde umgehend korrigiert, der Auftrag sei bereits erteilt worden.

Bemerkt worden war der Fehler am Dienstag in Dortmund - dort ist zudem noch ein weiteres Todesdatum falsch. Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) entschuldigte sich bei den Angehörigen. Die Nürnberger Bürgermeisteramts-Leiterin Schüßler sagte, die Kommunen hätten einen einheitlichen Text für die Mahnmale abgestimmt. Dabei hätten sich alle Verantwortlichen auf den Inhalt konzentriert - das falsche Datum sei leider niemandem aufgefallen.

Der Fehler werde aber umgehend korrigiert. Der Auftrag sei bereits erteilt worden. „Das ist ein bedauerlicher Fehler, der sich eingeschlichen hat“, sagte Schüßler.

Yasars Todestag sei der Verwaltung falsch mitgeteilt worden, hieß es. Seit einer gemeinsamen Erklärung der Oberbürgermeister von Nürnberg, München, Dortmund, Hamburg, Rostock, Kassel und Heilbronn ziehe sich das falsche Datum durch alle Vorgänge. In den sieben Städten hatten die NSU-Terroristen zehn Menschen ermordet - drei allein in Nürnberg.

Der frühere Innenminister Günther Beckstein (CSU) ist weiter davon überzeugt, dass die Neonazis dort Mittäter hatten. „Ich habe das sichere Bauchgefühl, keinerlei Beweise - aber es muss Mittäter in Nürnberg geben, die frei herumlaufen“, sagte er am Mittwoch in der Schlussdebatte über den Bericht des NSU-Untersuchungsausschusses im Landtag. Dass die Ermittler den Tätern so viele Jahre nicht auf die Spur kamen, sei „eine schlimme Niederlage des Rechtsstaats“. Dieser Fall habe ihn in seiner Laufbahn am meisten bewegt, sagte Beckstein, der nach der Wahl aus dem Landtag ausscheidet.

Nach einem Jahr Ausschussarbeit zogen alle fünf Fraktionen in weiten Teilen ein gemeinsames Fazit: Die Sicherheitsbehörden hätten die Gefahr des Rechtsextremismus unterschätzt und sich zu lange auf die Organisierte Kriminalität fixiert.

dpa

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