Inferno

Familiendrama: Verwirrter Mann zündet Haus seiner Oma an

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Trotz eines massiven Löscheinsatzes konnte das Gebäude nicht gerettet werden. Der Schaden wird auf 200 000 Euro geschätzt.

Schliersee - Ein Haus in Schliersee geht in Flammen auf. Was zunächst nach einem schlimmen Unfall aussah, entpuppte sich nach ersten Erkenntnissen als Familiendrama.

Das Breitenbachtal liegt idyllisch westlich vom Schliersee. In der Hennererstraße war am Sonntagabend aber Schluss mit jeglicher Idylle: Plötzlich schossen Flammen aus einem einstöckigen, bungalowartigen Gebäude. Das Haus brannte nieder. So, wie es sich gestern darstellte, steckt aber kein Unfall hinter dem Großfeuer, das sämtliche Feuerwehren der Umgebung forderte, sondern ein Familiendrama.

Ein junger Mann lebte in dem Gebäude in einer Wohnung, in der zweiten seine Großmutter Rosi W. (Name geändert). Die 83-Jährige kümmerte sich um den Mann in den 30ern. Seine Mutter soll in der Kreisstadt Miesbach leben. Was dann am Sonntag passierte, darüber herrscht noch Unklarheit: Der Enkel soll jedenfalls seiner Oma plötzlich mit einem Samuraischwert gegenüber- gestanden sein, sie aber nicht bedroht haben. Ein Nachbar kam zu Hilfe, die 83-Jährige flüchtete. Dann loderte ein Feuer aus der Wohnung des Enkels, der plötzlich verschwunden war.

Die Feuerwehren, die aus der ganzen Gegend eintrafen, wurden vor einem bewaffneten Täter gewarnt. Während die Helfer löschten, was noch möglich war, suchte die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem Flüchtigen. Mit eingebunden waren sämtliche umliegende Dienststellen, sie wurden unterstützt von THW, DLRG und Wasserwacht. Dabei wurde auch der Uferbereich des Schliersees ausgeleuchtet. „Es war nicht auszuschließen, dass sich der Mann selbst etwas angetan hat“, sagte ein Polizeisprecher dem Miesbacher Merkur. Gegen 21.40 Uhr fanden die Einsatzkräfte den Enkel im Bereich seiner zerstörten Wohnung. Er war unverletzt.

Der Mann hatte vermutlich in einer psychischen Ausnahmesituation den Brand gelegt. Nach seiner Festnahme wurde er in eine geschlossene Einrichtung in ein Fachkrankenhaus eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen, laut Polizeisprecher Andreas Guske wolle sie einen Unterbringungsbefehl erwirken.

Die Feuerwehren waren bis 23 Uhr mit den Löscharbeiten beschäftigt. „Das kleine Haus war so verschachtelt, da löscht du länger als bei einem Bauernhof“, erklärte der Schlierseer Feuerwehrkommandant Andreas Dietmannsberger. Durch einen alten Fehlboden sei dabei die Hitzeentwicklung extrem gewesen.

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