Rätsel um Täter und Motiv

Mysteriöser Farbanschlag: Wer hat Geier Felix das angetan?

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Geier Felix mit Farbfleck im Gehege.

Lenggries - Ein Unbekannter hat Gänsegeier Felix mit pinker Farbe besprüht. Wurde dem Tier seine Zutraulichkeit zum Verhängnis?

Wer macht so etwas? Paul Klima hat keine Ahnung, wer seinem Felix das angetan hat und noch weniger, warum. Am Donnerstagabend jedenfalls saß der Europäische Gänsegeier mit einem leuchtend pinkfarbenen Fleck in seinem Gehege im Falkenhof Lenggries.

Derzeit ist die Falknerei bei Bad Tölz für die Öffentlichkeit geschlossen. Nur ein Biologe und ein Falkner seien tagsüber auf dem 1,7 Hektar großen Gelände, auf dem 13 Greifvögel und Eulen leben. Der drei Jahre alte Gänsegeier Felix ist seit eineinhab Jahren in Lenggries zu Hause. Geboren und aufgezogen wurde er im Wildpark Tripsdrill in Baden-Württemberg.

Geier Felix hat keine Scheu vor Menschen

„Er ist wahnsinnig zutraulich“, beschreibt Paul Klima im Gespräch mit der tz das sieben Kilogramm schwere Tier mit einer imposanten Flügelspannweite von 2,70 Metern. „Er will spielen und versteckt sich nicht.“ Und Scheu vor fremden Menschen habe er auch keine. Vielleicht wurde ihm gerade dies zum Verhängnis, denn die Farbe wurde ihm vermutlich aus geringer Entfernung auf den Bereich des Halses gesprüht. Etwa sechs Zentimeter im Durchmesser misst der knallig pinkfarbene Fleck. Paul Klima meint, dass es sich um Farbe handelt, die normalerweise im Forstbetrieb zum Kennzeichnen von Bäumen verwendet wird.

Gott sei Dank habe man Felix nicht an den Kopf gesprüht, sagt der Falkner. Dem Tier sei weiter nichts passiert, „es fehlt ihm nichts“. Nun will Paul Klima versuchen, die Farbe vorsichtig mit Babyöl zu entfernen.

Mit Tierschützern habe es in der Vergangenheit überhaupt keine Probleme gegeben, „es gab keinen einzigen Vorfall“. Seit elf Jahren ist der Falkenhof dort ansässig. Man arbeite mit Biologen für Forschungszwecke zusammen und pflege wissenschaftlichen Austausch mit Einrichtungen wie dem Max-Planck- und dem Fraunhofer-Institut.

Ein ausgebildetes Tier wie Gänsegeier Felix, der auch schon die Hauptrolle in einer Fernsehdokumentation des SWR spielte, habe einen ideellen Wert, der im höheren fünfstelligen Bereich angesiedelt sei. Kaufen oder verkaufen können man ihn sowieso nicht, diese Tiere würden nur zwischen wissenschaftlichen und zoologischen Einrichtungen weitergegeben.

Volker Pfau

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