Wo es am Wochenende rund ging

Narren, Schnee, juchhee! Riesen-Gaudi in Bayern

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Tausende feiern beim Reichersbeurer Faschingsumzug.

München - Was für ein Wochenende! Strahlender Sonnenschein und absoluter Traumschnee in allen bayerischen Skigebieten, dazu der Beginn der Faschingsferien – und in ganz Bayern Narren-Alarm. Narren, Schnee, juchhee!

Seit Donnerstag sind die Narren im Freistaat in der heißen Phase: In vielen Städten fanden am Samstag und Sonntag Faschingsumzüge statt. In Würzburg schlängelte sich mit rund 160 Gruppen und mehr als 3000 Narren einer der größten Umzüge Süddeutschlands durch die Innenstadt. Laut Polizei verfolgten rund 75 000 Schaulustige das bunte Spektakel.

In Eggenfelden kam es am Samstagabend jedoch zu einem tragischen Unfall. Ein 18-Jähriger aus dem Kreis Traunstein wurde schwer verletzt, als er – vermutlich angetrunken – vom Faschingswagen stürzte. Der junge Mann kam ins Krankenhaus. In Unterfranken sorgte ein 48-Jähriger für Aufruhr, als er am Samstag von einer Party in Bischofsheim an der Rhön spurlos verschwand. Rettungskräfte suchten stundenlang nach ihm, eine Streife entdeckte ihn am Sonntagmorgen zufällig. Er hatte Zuflucht in einer Kirche gesucht und dort die eiskalte Nacht überstanden.

Wer nicht Fasching feiern wollte, den zog es in die Skigebiete. In Garmisch-Partenkirchen sorgten Sonnenschein und bester Schnee für volle Parkplätze ab 10 Uhr. „Zwei Drittel unserer Gäste sind Tagesausflügler“, hieß es vom Skigebiet. Der Rest waren Urlauber, die die bayerischen Ferien zum Skifahren nutzten. Blauer Himmel und jede Menge Skibusse verzeichnete auch das Skigebiet am Sudelfeld. „Bei diesem Traumwetter sind die Pisten voll.“ An Brauneck, Spitzingsee und am Wallberg tummelten sich ebenfalls die Brettlfans. Geschäftsführer Peter Lorenz war zufrieden: „Die Bedingungen sind super, das Wochenende war gut. Überfüllt war es aber nicht, viele Tagesausflügler hat der Stau auf den Autobahnen abgeschreckt.“

Die größte Geduld brauchten Autofahrer auf dem Münchner Autobahnring A99 in Richtung Süden: Am Samstag gab es hier ab 8 Uhr auf 30 Kilometern Staus und zähfließenden Verkehr, der sich erst gegen 15 Uhr auflöste. Auch am Ende der A95 war den ganzen Tag über Geduld angesagt, erst am Abend floss der Verkehr wieder normal. Stauungen meldete die Polizei auch am Samstagvormittag auf der A93 Richtung Innsbruck. Zu schwereren Unfällen sei es aber nicht gekommen, so die Auskunft der Verkehrspolizeiinspektionen. Am Nachmittag sorgte dann die Rückreisewelle für viel Verkehr Richtung Norden, zu größeren Staus sei es aber nicht gekommen.

aw/vp

Die Mutter aller Faschingsumzüge

Laut, lustig und bunt war der Faschingszug, der sich am Sonntag von Reichersbeuren aus bis in die Tölzer Innenstadt wälzte. Zentraler Bestandteil des nur alle zehn Jahre stattfindenden Spektakels war der MUAFAZ – die Mutter aller Faschingsumzüge. Heuer bestand der Zug aus 37 Motivwagen, auf denen traditionell nur Männer mitfahren dürfen und die vor allem Lokales auf die Schippe nehmen. Im Zentrum des Spotts stand der Tölzer Bürgermeister, der – wie der Tölzer Kurier berichtete – derzeit auf den Kanarischen Inseln urlaubt. Weit über zehntausend Zuschauer säumten die Straßen in Bad Tölz. Dort trafen die Wagen gegen Mittag ein und konnten in der Marktstraße ausgiebig bewundert werden, bevor sie schließlich wieder zurück nach Reichersbeuern fuhren.

Reichersbeurer Faschingszug: Die Bilder

Reichersbeurer Faschingszug: Die Bilder

Jakob ist der Größte

Er ist immer schon der Größte in Deutschland, doch in diesem Jahr hat sich Jakob einen Rekord gesichert: 12,65 Meter hoch und 29,80 Meter Bauchumfang hatte noch keiner seiner 29 Vorgänger-Schneemänner in Bischofsgrün als Maße. Der 30. Jakob ist der Größte. Gefeiert wird das am Rosenmontag beim großen Schneemannfest, dem Auftakt zum Faschingshöhepunkt in der oberfränkischen Gemeinde. Freiwillige haben in den vergangenen Tagen 27 Lkw-Ladungen Schnee im Zentrum des Kurorts angehäuft und daraus die überdimensionale Figur erschaffen. Entstanden ist die Idee zu der Riesenfigur in einem lauen Winter, als beschäftigungslose Skilehrer in einem Wirtshaus zusammensaßen. Gebaut wurde er jedes Jahr, notfalls mit Schnee vom Ochsenkopf (1024 Meter).

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