Ermittlungen nach Feuer-Inferno

Fataler Fehler kostete Marie das Leben

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Der Dachstuhl des Mehrfamilienhauses brannte schnell lichterloh.

Edling - Das schreckliche Feuer in einem Wohnhaus in Edling vergangene Woche – es kostete Marie (15) das Leben. Nun gibt es die Ermittlungsergebnisse der Brandfahnder.

Noch immer fragte man sich im Ort: „Was war nur passiert, dass das Mädchen vor den Flammen nicht mehr flüchten konnte?“ Nun fanden die Brandermittler heraus, dass das Feuer durch eine brennende Matratze ausgelöst wurde. Tragisch: Diese war vorher schon einmal von Marie und ihrem Bruder (17) gelöscht worden – und danach dachten die zwei, alles sei in Ordnung.

Es ist der Abend des 30. Dezember, als sich die Teenager in einem Zimmer im Dachgeschoss des Hauses aufhalten. Dann gerät irgendwie – ob durch eine Kerze oder Ähnliches ist noch unklar – die Ma­tratze im Zimmer in Brand. Marie und ihr Bruder löschen das kleine Feuer (wohl mit Wasser) sofort. Was sie nicht wissen: In der Matratze glimmt es noch weiter …

Später geht die Familie zu Bett. Marie schläft im Zimmer unter dem Dach, ihr Bruder im 1. Stock. Dann beginnt die Matratze wieder richtig zu brennen. Während sich ihr Bruder ins Freie retten kann, schneidet das Feuer Marie den Fluchtweg über das Treppenhaus ab. Der Bruder erlitt einen Schock und wird psychologisch betreut.

„Matratzen sind sehr tückisch“, erklärt Andreas Felsner, Pressesprecher der Münchner Berufsfeuerwehr. „Man löscht sie mit Wasser oder gar einem Feuerlöscher – und später kann dennoch wieder ein Brand entstehen. Ein sogenannter Schwelbrand. Dieser kann sich auch erst Stunden später wieder voll entfachen“, so der Experte. Daher sollten Matratzen immer ins Freie gebracht werden, wenn sie aus irgendeinem Grund Feuer gefangen haben. „Das spezielle Material ist einfach unberechenbar.“

Im 4300-Seelen-Ort Edling ist die Hilfsbereitschaft nach dem Familiendrama riesig. Es wurde nun auch ein extra Spendenkonto („Sozialfonds Edling – Bürger helfen Bürger“) für die Familie eingerichtet. „Wir lassen sie nicht im Stich. Die Eltern, die Kinder brauchen jetzt unsere Hilfe“, so ein Nachbar zur tz.

tz

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