Wege an Hochnissl und Hochvogel gesperrt

Felssturz droht: Die Alpen bröckeln 

+
Kurz vor dem Gipfel des Hochnissl im Karwendel bröckelt der Fels, darum musste der Gratanstieg gesperrt werden.

München - Nach der Sommerhitze werden sich bald wieder viele Wanderer aufmachen zu einer Bergtour. Doch immer öfter stehen sie vor Verbotsschildern: Weg gesperrt wegen Felssturzgefahr. Die Alpen bröckeln.

Aktuell sind der Bäumenheimer Weg am Hochvogel in den Allgäuer Alpen und der Wanderweg Via Alpina 227 sowie der Gratanstieg am Hochnissl nahe Hinterriß gesperrt. An beiden Bergen hat es in den letzten Monaten dramatische Veränderungen gegeben, Spalten tun sich auf und gewaltige Felsstürze drohen. Vermutlich müssen beide Wege dauerhaft gesperrt bleiben.

Kurz vor dem Gipfel des Hochnissl im Karwendel bröckelt der Fels, darum musste der Gratanstieg gesperrt werden.

In den letzten Jahren hat es immer wieder Felsstürze gegeben, teilweise mit tödlichem Ausgang. „Es hat zugenommen“, sagt Andrea Händel vom Deutschen Alpenverein (DAV). Immer wieder müssen Wanderwege und Steige verlegt oder gar komplett aufgegeben werden. Das sei auch aus rechtlichen Gründen notwendig, „die jeweilige DAV-Sektion muss für Begehbarkeit sorgen“ und habe die Wegehalterpflicht.

Gründe für die steigende Zahl der Felsstürze sind die Zunahme extremer Wetterereignisse. „Der Stark­regen schwemmt aus“, so die DAV-Sprecherin, es komme dadurch öfter zu überschwemmten Bächen, mitgerissenem Geröll und Erdrutschen. Als zweiten Grund nennt Andrea Händel den auftauenden Permafrost. „Das ist in Bayern zwar kaum ein Problem, dafür umso mehr in höheren Alpenregionen.“

Den Wanderern empfiehlt sie, sich vor der Tour umfassend zu erkundigen. Im Internet seien oft Warnungen vor Felsstürzen oder Sperrungen aktuell aufgeführt. Sinnvoll sei auch ein Telefonat mit dem Hüttenwirt: „Die wissen tagesaktuell, was passiert.“ Zwischen 11 und 13 Uhr sollte man aber nicht anrufen. Manche Felsstürze seien in ein, zwei Tagen wieder beseitigt, manche führen zu längeren oder dauerhaften Sperrungen.

Auf alle Fälle sollte man die Warnhinweise ernst nehmen, „auch wenn es nicht wirklich gefährlich aussieht“. Im vergangenen Jahr sei ein Wanderer bei einer Rast in der Höllentalklamm von einem Stein tödlich getroffen worden. Dabei warnen dort gut sichtbar Schilder vor akuter Steinschlaggefahr.

vp

Auch interessant

Meistgelesen

Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Drama auf der Zugspitze: Retter finden toten Bergsteiger
Drama auf der Zugspitze: Retter finden toten Bergsteiger
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied

Kommentare