Aktion schlägt Wellen

Feuerwehr spritzt Handy-Gaffer auf der A3 weg: Applaus für die Einsatzkräfte

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Nass gemacht: Auch den Lkw dieser ungarischen Spedition traf die Wasser-Abwehr der Feuerwehr. Der Fahrer dürfte auch noch ein Bußgeld bezahlt haben: Die Polizei filmte mit und kassierte bei ausländischen Lkw direkt ab.

Applaus für die Feuerwehr: Vor allem in den sozialen Netzwerken werden Einsatzkräfte in Unterfranken dafür gefeiert, dass sie Gaffer auf der A3 mit Wasser weggespritzt haben. Die Feuerwehr selbst reagiert zurückhaltender.

Rohrbrunn - Irgendwann überwog der Ärger über die Gaffer. Und die Feuerwehr griff zum Schlauch. Von dem schweren Lkw-Unglück am Donnerstagfrüh in Unterfranken mit drei Toten blieben diese Bilder: Wie Feuerwehrleute versuchen, die Gafferei mit gezieltem Wasserstrahl zu unterbinden. Vor allem Lkw-Fahrer filmten hemmungslos mit ihren Smartphones die Bergung der Toten aus den Fahrzeugwracks.

Das Echo, das die Gaffer-Abwehr mit dem C-Schlauch hervorrief, ist den Rettern unheimlich. „Von den drei Toten an der Einsatzstelle hat am Ende kaum einer mehr geredet“, lautet das Fazit des örtlichen Aschaffenburger Kreisbrandinspektors Otto Hofmann zu dem Unglück auf der A3. Die Aktion der Waldschaffer Feuerwehr sei „relativ positiv“ aufgenommen worden, sagt er. In sozialen Netzwerken gibt es für die Retter vor allem eins: Applaus!

„Spontane Reaktion auf eine Ausnahmesituation“

Geht es nach dem Kreisbrandinspektor, war es eine einmalige Sache. Es sei eine „spontane Reaktion auf eine Ausnahmesituation“ gewesen. „Wir wollen nicht, dass das Geschehen an der Unfallstelle eskaliert, eine ungute Spirale kann nicht die Lösung sein“, sagt Hofmann. „Und wenn die Gaffer dann noch dreister werden, was sollen wir dann machen?“

Tödlicher Unfall auf A3: Bilder vom Einsatz

Dreister als die Art, die besonders einige Lkw-Fahrer an den Tag legten, geht es jedoch kaum. Nur eine Leitplanke trennte die Fahrspur und die Lkw-Wracks, an denen ein Arzt Opfer untersuchte. Feuerwehrleute versuchten zwar, das Geschehen mit Planen zu verdecken, doch die Lkw-Fahrer nutzten ihre erhöhte Position zum Filmen aus: Sie seien dabei auch in Schrittgeschwindigkeit vorbeigerollt, einige hätten sogar gestoppt, berichtet ein Polizeisprecher.

Gaffer auf A3: Polizei hat die Schaulustigen gefilmt

Die Fahrer werden nicht mit einem nassen Führerhaus davonkommen, denn die Polizei hat diese Schaulustigen gefilmt. Gaffer erwartet ein Punkt in Flensburg sowie ein Bußgeld – seit Oktober sind es 100 statt 60 Euro. Bedenken, die Aktion der Feuerwehr hätte Folgeunfälle provozieren können, teilt die Polizei nicht – die Lkw seien zu langsam gewesen. Sollten Anzeigen gegen die Feuerwehr eingehen, würden diese gewissenhaft geprüft, hätten aber wohl geringe Erfolgsaussichten.

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