Ohne Genehmigung renoviert

Brandschutz mangelhaft! Feuerwehr baut schwarz

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Bei der Einweihung am 25. Mai herrschte noch eitel Sonnenschein. Jetzt gibt es Streit um den Umbau des Feuerwehrhauses in Wollomoos.

München - Bei der Freiwilligen Feuerwehr Wollomoos ist – bildlich gesehen – Feuer unterm Dach. Bürgermeister Anton Kerle hat einen Teil der Räume sperren lassen, weil Genehmigungen fehlen und ausgerechnet gegen den Brandschutz verstoßen wurde.

Ex-Kommandant Albert Hupfauer.

Eigentlich hätten die Floriansjünger aus dem 800-Seelen-Ortsteil der Marktgemeinde Altomünster allen Grund zur Freude, schließlich wurde am 25. Mai das für 92 000 Euro frisch renovierte und umgebaute Feuerwehrhaus festlich eingeweiht. Doch inzwischen brodelt es im Ort, denn: Bürgermeister Anton Kerle hat einen Teil der Räume sperren lassen, weil Genehmigungen fehlen und ausgerechnet gegen den Brandschutz verstoßen wurde. Eine Treppe ins Obergeschoss sei zehn Zentimeter zu schmal, um als sogenannter erster Fluchtweg zu gelten, dazu fehlten vernetzte Rauchmelder sowie eine zusätzliche Außentreppe. Der Schulungsraum im Obergeschoss blieb zu. Von dieser Maßnahme hat der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wollomoos, Albert Hupf­auer, eher zufällig erfahren: „Die Putzfrau hat sich beschwert, weil sie kein Geld mehr bekommen hat“, sagte er zur tz.

Und damit kam der Stein ins Rollen, der inzwischen viele Bewohner des Ortsteils von Altomünster und die Gemeindeverwaltung entzweit und als dessen vorläufiger Höhepunkt der Kommandant nach 28 Dienstjahren im August von seinem Amt zurücktrat.

Graben zwischen der Gemeinde und der Feuerwehr

Bürgermeister Anton Kerle (CSU).

„Es gab keine Kommunikation, als das Problem bekannt wurde“, sagt Albert Hupf­auer, darum sei er zurückgetreten. Erschwerend sei hinzugekommen, dass am 16. März ein neuer Bürgermeister gewählt wurde – eben jener Anton Kerle (CSU), der überdies seit 30 Jahren bei der Wehr Wollomoos ist. Obendrein ist der Fachplaner, der den Bau von Anfang an betreut hatte, inzwischen ausgeschieden. Der Rathauschef sei prinzipiell im Recht, sagt Hupfauer, sieht aber die Gemeinde bei der Überwachung der Genehmigungen und des Brandschutzes in der Pflicht.
Jetzt liegt ein Gutachten zur Genehmigung beim Landrats­amt in Dachau, danach kann der Mangel am Feuerwehrhaus behoben werden. Es wird jedoch noch eine ganze Weile dauern, bis der Graben zwischen der Gemeindeverwaltung Altomünster und den Wollomooser Wehrleuten, die in der 18-monatigen Bauzeit rund 3000 freiwillige Arbeitsstunden in den Bau investiert haben, wieder zu ist.

V. Pfau

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